Einen Stripboard-Drehplan erstellen
Ein Stripboard ist ein Streifen pro Szene, sortiert, bis die Tage funktionieren. Die Technik ist alt, weil das Problem sich nicht geändert hat.
Worum es geht
Das Stripboard ist älter als jede Software und überlebt in jedem Planungstool, weil seine Logik der Job selbst ist: Jede Szene wird ein Streifen mit Motiv, INT/EXT, Tag oder Nacht, Besetzung und geschätzter Länge — und der Drehplan entsteht, indem man diese Streifen in Tage sortiert. Die Drehreihenfolge entspricht fast nie der Erzählreihenfolge; sie folgt dem, was die meisten Umbauten, Wechsel und Wartezeiten spart. Das Board macht Abwägungen physisch: Zieh die Nachtszene nach vorn, und das Ruhezeitproblem erscheint sofort als Tag, der nicht mehr schließt. Diese Sichtbarkeit, nicht Nostalgie, hält das Format am Leben.
Die Reihenfolge zählt mehr als die Werkzeuge. Wer einen Schritt überspringt, merkt das meist erst zwei Schritte später — und dann kostet die Korrektur ein Vielfaches.
Was hier anders läuft
Konkret heißt das in der Planung:
- Der Streifen ist die Verhandlungseinheit: Einen Streifen zu verschieben zeigt seine Folgen über das ganze Board.
- Die Sortierung ist eine Hierarchie: erst Motiv, dann INT/EXT, dann Tag/Nacht, dann Verfügbarkeit der Besetzung — Abweichungen brauchen einen Grund.
- Tagesgrenzen sind Versprechen: Die Streifen über einer Grenze müssen ehrlich in die Stunden dieses Tages passen.
- Versionierung zählt, weil das Board sich in der Vorbereitung täglich ändert — alle müssen wissen, welches Board gilt.
Schritt für Schritt
In dieser Reihenfolge geht es am schnellsten:
- Mach aus jeder Szene des Breakdowns einen Streifen: Szenennummer, Motiv, INT/EXT, Tag oder Nacht, Besetzung, geschätzte Länge. Unvollständige Streifen planen nichts.
- Sortiere zuerst nach Motiv — jeder Motivwechsel auf dem Board ist in der Realität ein Umzug, und Umzüge sind der teuerste Leerraum eines Drehplans.
- Bündele innerhalb jedes Motivs INT/EXT und Tag/Nacht, damit Lichtzustände so selten wie möglich wechseln.
- Lege die Verfügbarkeit der Besetzung darüber und löse Konflikte jetzt: Ein Darsteller am falschen Tag ist heute eine Umsortierung und in drei Wochen eine Krise.
- Schneide das Board in Tage mit ehrlicher Kapazität — Stunden, Setups, Pausen — und widersteh dem Streifen, der am Ende eines vollen Tages 'wahrscheinlich noch passt'.
- Markiere Motivwechsel als eigene Streifen mit echten Dauern, damit die Kosten jedes Ortswechsels im Plan sichtbar bleiben.
- Iteriere mit Erster Aufnahmeleitung und DP, bis kein Tag überladen ist, dann friere eine Version ein, benenne sie und verteile sie — jede spätere Änderung bekommt einen neuen Versionsnamen.
- Halte Banner-Streifen für Fixpunkte — Darsteller-Fenster, Zugangszeiten, Sonnenuntergang —, damit keine Umsortierung still eine harte Grenze verletzt.
Typische Stolperstellen
Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:
- In Erzählreihenfolge planen, weil es sich natürlich anfühlt — und mit Umbauten und Wechseln dafür bezahlen.
- Tage, die nur auf dem Papier schließen, weil Wechsel und Pausen nicht auf dem Board standen.
- Drei kursierende Board-Versionen, an je eine glaubt ein anderes Gewerk.
Mit TillyGen
TillyGen sortiert die Streifen für dich: Aus Briefing und Shotlist entsteht ein Drehplan-Entwurf, gruppiert nach Motiv und Lichtzustand — und eine verschobene Szene sortiert ihre Folgen sofort mit.
Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.
Häufige Fragen
Ist ein Stripboard für einen zweitägigen Corporate-Dreh übertrieben?
Das physische Board vielleicht; die Logik nie. Auch zehn Szenen sortieren sich in billigere und teurere Reihenfolgen, und zwei Tage haben keine Luft, den Unterschied zu schlucken.
Was steht auf einem Streifen außer der Szenennummer?
Motiv, INT/EXT, Tag oder Nacht, Besetzung, geschätzte Länge — die fünf Werte, über die die Sortierung läuft. Mit weniger kann das Board seinen Job nicht machen.
Wie oft ändert sich das Board in der Vorbereitung?
Ständig — genau dafür ist es da. Die Disziplin besteht nicht darin, Änderungen zu verhindern, sondern sie zu versionieren, damit das ganze Team immer über dasselbe Board streitet.
Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?
Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.
Lassen sich die Ergebnisse exportieren?
Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.