Videoproduktion für die Automobilindustrie

Bei Automotive-Drehs planst du um Objekte herum, die geheim sind, in Bewegung — oder beides. Das Fahrzeug diktiert den Plan, die Crew passt sich an.

Worum es geht

Ein Pressefahrzeug steht nur im Leihfenster bereit, ein Prototyp reist ausschließlich mit Sicherheitsbegleitung, und Material von beiden liegt oft bis zu einem Launch-Termin unter Sperrfrist, den niemand für dich verschiebt. Dazu kommt das Werk: Badge-Zugang, Begleitung auf dem Gelände, Betriebsratsregeln fürs Filmen von Mitarbeitenden, Kamera-Verbotszonen rund um unveröffentlichte Teile. Fahraufnahmen brauchen gesperrte Strecken, ein Kamerafahrzeug oder einen Trailer. Und die CI-Vorgaben des Herstellers entscheiden, welche Felgen, Lackcodes und Embleme überhaupt ins Bild dürfen. All das gehört in den Plan, bevor die erste Buchung rausgeht.

Branchenroutine schlägt Allgemeinwissen: Wer die typischen Freigabewege und Auflagen des Feldes kennt, plant realistischer als jemand mit mehr Drehtagen, aber ohne Branchenerfahrung.

Was hier anders läuft

Konkret heißt das in der Planung:

  • Prototypen bewegen sich nur mit Sicherheitsbegleitung und bleiben zwischen den Takes abgedeckt — die unverhüllte Zeit taktet der Hersteller, nicht die Regie
  • Sperrfristen hängen am Material, nicht am Drehtag: verschiebt sich der Launch, liegt fertiges Material monatelang im Schrank
  • Fahraufnahmen brauchen gesperrte Strecken oder Prüfgelände, einen Präzisionsfahrer und ein geriggtes Kamerafahrzeug — alles bestätigt, bevor das Licht stimmt
  • Im Werk entscheidet der Betriebsrat mit, wie Mitarbeitende ins Bild dürfen, und die Linie hält für keinen zweiten Take an
  • Felgen, Lack und Embleme müssen der Launch-Spezifikation entsprechen — eine Vor-Facelift-Stoßstange im Bild stirbt in der Freigabe

Was der Plan liefern muss

Ein Produktionsplan ist für dieses Gewerk dann brauchbar, wenn er das hier hergibt:

  • Einen Drehplan, der sich nach Fahrzeug-Leihfenstern und Streckenslots richtet, nicht nach Crew-Vorlieben
  • Sperrfrist-Status an jeder Szene, damit die Postproduktion weiß, was wann das Haus verlassen darf
  • Eine Zugangsliste fürs Werk mit Namen, Ausweisnummern und Begleitzeiten, eingereicht vor dem Drehtag
  • Eine Wetteralternative für jeden Außendreh mit Fahraufnahmen

Typische Stolperstellen

Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:

  • Hero-Einstellungen boarden, die Teile zeigen, die der Hersteller noch nicht freigegeben hat
  • Das Kamerafahrzeug buchen, bevor die Strecke als sperrbar bestätigt ist
  • Die Werksführung als B-Roll behandeln, die man zwischen zwei Setups mitnimmt

Mit TillyGen

TillyGen macht aus dem Briefing Shotlist und Drehplan, in denen Fahrzeugfenster, Werks-Slots und Sperrfrist-Vermerke direkt an den Szenen hängen — verschiebt sich das Leihfenster, wandert die Dispo mit.

Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.

Häufige Fragen

Dürfen wir einen getarnten Prototyp draußen filmen?

Nur dort, wo die Sicherheitsabteilung des Herstellers Motiv und Sichtachsen freigegeben hat. Öffentliche Straßen fallen meist aus; üblich sind Prüfgelände und gemietete Sperrstrecken, mit Abdeckpflicht zwischen den Takes.

Wer gibt Material aus dem Werk frei?

Rechne mit Kommunikation, Werksleitung und — sobald Mitarbeitende zu sehen sind — Vereinbarungen mit dem Betriebsrat. Plane die Freigabeschleife in den Zeitplan ein, nicht dahinter.

Brauchen Fahraufnahmen eine gesperrte Strecke?

Für alles jenseits legaler Tracking-Shots ja. Sperrstrecken, Flugfelder oder Prüfgelände liefern wiederholbare Durchgänge — und der Genehmigungsvorlauf ist oft länger als der Dreh selbst.

Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?

Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.

Lassen sich die Ergebnisse exportieren?

Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.