Videoproduktion für Museen und Kultureinrichtungen

Im Museum steht das Objekt über der Kamera. Lichtwerte, Abstände und wer was anfassen darf, entscheidet die Konservierung — nicht die Kameraführung.

Worum es geht

Zwei Regelwerke treffen an derselben Wand aufeinander. Die Konservierung deckelt Beleuchtungsstärke und Belichtungsdauer für empfindliches Material, hält Wärmequellen von Oberflächen fern und definiert Mindestabstände, die der Fahrt im Konzept still den Boden entziehen. Darüber liegen die Rechte: Werke im Urheberrechtsschutz brauchen die Zustimmung von Urheber oder Nachlass, Fotografien eines Objekts sind nicht automatisch für Film nutzbar, und Leihgaben kommen oft mit Verträgen, die Bewegtbild ausdrücklich ausschließen. Der Zugang ist die dritte Größe — die Säle gehören dem Publikum, also drehst du vor der Öffnung, am Schließtag oder nachts mit Begleitung. Der Ton im Steinsaal ist ein eigenes Problem, und nichts darin ist weich.

Branchenroutine schlägt Allgemeinwissen: Wer die typischen Freigabewege und Auflagen des Feldes kennt, plant realistischer als jemand mit mehr Drehtagen, aber ohne Branchenerfahrung.

Was hier anders läuft

Die Punkte, an denen sich das von anderen Fällen unterscheidet:

  • Beleuchtungsgrenzen für lichtempfindliche Werke deckeln Intensität und Gesamtbelastung — eine ausgeleuchtete Nahaufnahme ist vielleicht für Minuten erlaubt, nicht für ein ganzes Setup
  • Leihverträge können die Bewegtbild-Wiedergabe eines bestimmten Objekts ausschließen, und dieser Ausschluss überlebt die Ausstellung, für die er geschrieben wurde
  • Urheberrechtlich geschützte Werke brauchen die Freigabe von Urheber oder Nachlass, bevor sie ins Bild kommen — auch als Hintergrund im Saalrundgang
  • Mindestabstände, Absperrlinien und ein Berührungsverbot bedeuten: Was die Kamera näher braucht, positioniert und bewegt eine Kunsttechnikerin
  • Gedreht wird außerhalb der Öffnungszeiten oder am Schließtag, mit Aufsicht — und die Klimatechnik des Hauses wird für deinen Komfort nicht abgeschaltet

Was der Plan liefern muss

Ein Produktionsplan ist für dieses Gewerk dann brauchbar, wenn er das hier hergibt:

  • Eine Rechteliste je Objekt, geprüft gegen Leihverträge und Schutzfristen, bevor die Shotlist geschrieben wird
  • Ein Lichtkonzept mit Freigabe der Konservierung, mit zulässigen Werten und maximaler Belichtungsdauer je Raum
  • Ein Nacht- oder Schließtagsfenster mit Aufsicht, Schlüsselgewalt und einer Kunsttechnikerin als Teil der Crew

Typische Stolperstellen

Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:

  • Eine Saalfahrt entwerfen, die Absperrlinien kreuzt, welche die Konservierung nie verschiebt
  • Das Highlight der Ausstellung drehen und danach erfahren, dass es eine Leihgabe mit Bewegtbild-Ausschluss ist
  • Heißes Licht in einen Raum tragen, dessen Klima seit zehn Jahren stabil ist

Mit TillyGen

TillyGen baut die Shotlist Objekt für Objekt, mit Rechtestatus und Lichtgrenze an der Szene — eine gesperrte Leihgabe oder ein gedeckelter Wert ändert eine Szene im Plan, nicht den ganzen Nachtdreh.

Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.

Häufige Fragen

Dürfen wir Kunstwerke für die Kamera ausleuchten?

Innerhalb der Grenzen, die die Konservierung je Objekt setzt, und oft nur kurz. Frag früh nach zulässigen Werten und maximaler Belichtungsdauer und baue den Look aus vorhandenem Licht plus kleinen, kalten Quellen, die du nur für den Take zuschaltest.

Brauchen wir Rechte für Werke im Hintergrund?

Für alles im Urheberrechtsschutz ja. Lass dir vom Kuratorium den Rechtestatus jedes durchlaufenen Raums geben und sei bereit umzukadrieren, unscharf zu stellen oder die Fahrt umzulegen, wenn ein Nachlass keine Bewegtbildnutzung erlaubt.

Wann lässt sich ein Museum überhaupt bedrehen?

Außerhalb der Öffnungszeiten — abends, nachts, am Schließtag. Kalkuliere Aufsicht, Schlüsselgewalt und eine Kunsttechnikerin ein und denk daran, dass Auf- und Abbau in dasselbe Fenster fallen.

Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?

Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.

Lassen sich die Ergebnisse exportieren?

Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.