Videoproduktion für den öffentlichen Sektor

Behördenprojekte beginnen vor dem Kreativgespräch: Was du drehen darfst, stand schon vor Monaten in der Ausschreibung.

Worum es geht

Der Vertrag formt den Film. Leistungsumfang, Ergebnisse und oft die Zahl der Drehtage standen in der Ausschreibung; ein zusätzliches Motiv ist danach ein Änderungsantrag, kein Anruf. Im Haus spricht die Pressestelle für die Behörde und gibt Formulierungen Zeile für Zeile frei — Fachbereiche liefern Inhalte, entscheiden aber selten. Bürgerinnen und Bürger sind überall dort, wo die Arbeit passiert: am Schalter, im Wartebereich, in Akten und auf Monitoren. Niemand von ihnen ist gekommen, um in einem Film vorzukommen, also werden Schalterszenen mit Kolleginnen oder freigegebenen Freiwilligen gestellt. Auch Barrierefreiheit ist kein Nachtrag: Untertitel, Audiodeskription und Fassungen in einfacher Sprache gehören von Anfang in den Umfang.

Branchenroutine schlägt Allgemeinwissen: Wer die typischen Freigabewege und Auflagen des Feldes kennt, plant realistischer als jemand mit mehr Drehtagen, aber ohne Branchenerfahrung.

Was hier anders läuft

Die Punkte, an denen sich das von anderen Fällen unterscheidet:

  • Umfang und Drehtage stehen in den Vergabeunterlagen — ein Motiv nach Zuschlag wird als Vertragsänderung behandelt, mit dem entsprechenden Papierweg
  • Die Pressestelle ist die eine freigebende Stimme; Fachleute sprechen nur innerhalb der vorher freigegebenen Formulierungen
  • Wartebereiche, Schalter und offene Sachbearbeitung zeigen Bürgerdaten — solche Szenen werden mit Beschäftigten oder freigegebenen Freiwilligen nachgestellt statt live dokumentiert
  • Barrierefreie Fassungen — Untertitel, Audiodeskription, Gebärdensprache, einfache Sprache — sind Teil der Leistung und verändern Skriptlänge und Tempo
  • Politische Neutralität gilt auch fürs Bild: Parteiplakate, Wahlkampfmaterial und erkennbare Amtsträger im Hintergrund verschwinden vor dem ersten Take

Was der Plan liefern muss

Ein Produktionsplan ist für dieses Gewerk dann brauchbar, wenn er das hier hergibt:

  • Eine Szenenliste gegen den ausgeschriebenen Umfang, damit alle sehen, welche Shots im Vertrag stehen und welche nicht
  • Eine benannte freigebende Person in der Pressestelle und einen schriftlichen Formulierungsstatus je Szene
  • Einen Inszenierungsplan für jede Schalter-, Wartebereichs- und Aktenszene, mit vorab gebrieften und freigegebenen Freiwilligen

Typische Stolperstellen

Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:

  • Ein Konzept entwerfen, das reicher ist als der ausgeschriebene Umfang, und es nach Zuschlag nachverhandeln
  • Einen echten Schalter filmen und hinterher das halbe Bild verpixeln müssen
  • Untertitel und Fassungen in einfacher Sprache als Post-Extras ohne eigene Budgetzeile behandeln

Mit TillyGen

TillyGen hängt jede Szene an ihre Leistungsposition, ihre freigebende Stelle und ihre barrierefreie Fassung — der Plan an die Pressestelle ist zugleich der Nachweis, was der Vertrag abdeckt.

Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.

Häufige Fragen

Wer gibt den Film am Ende frei?

Die Presse- oder Kommunikationsstelle, auch wenn der Inhalt aus dem Fachbereich kam. Lass dir eine Person benennen, vereinbare, wie viele Korrekturrunden der Zeitplan trägt, und zurre Formulierungen vor dem Dreh fest, nicht nach dem Rohschnitt.

Dürfen wir Bürgerinnen und Bürger am Schalter filmen?

Nicht beiläufig. Entweder sperrst du den Bereich und stellst die Szene mit gebrieften Freiwilligen samt Freigabe nach, oder du drehst aus Achsen, in denen weder Gesicht noch Akte noch Bildschirm erkennbar ist.

Was bedeutet Barrierefreiheit für die Planung?

Untertitel, ein Tempo, das Audiodeskription zulässt, eine Gebärdensprachfassung und oft ein Schnitt in einfacher Sprache. Jede Fassung verändert Skriptlänge und Kadrage — plane sie vorher ein, statt sie bei der Abnahme nachzurüsten.

Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?

Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.

Lassen sich die Ergebnisse exportieren?

Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.