Schärfeziehen
Schärfeziehen ist das manuelle Verlagern der Schärfeebene während des laufenden Takes, meist durch den 1st AC.
Worum es geht
Kinoschärfe ist kein Autofokus, sondern eine Handwerksposition. Der 1st AC — der Focus Puller — misst in der Probe Distanzen, setzt Marken am Follow Focus und führt die Schärfe im Take mit dem Schauspieler mit, oft ohne durchs Objektiv zu sehen. Jede Blocking-Änderung entwertet die Marken — deshalb kosten kurzfristige Umstellungen Takes. Eine verrissene Schärfe ist unbrauchbares Material, das erst in den Mustern auffällt; flache Setups bekommen darum Proben und Geduld eingeplant.
Der Begriff hilft nur, wenn alle am Set dasselbe darunter verstehen — deshalb steht hier der Gebrauch und nicht die Lexikondefinition.
Was hier anders läuft
Die Punkte, an denen sich das von anderen Fällen unterscheidet:
- Gezogen wird gemessen, nicht geraten: Maßband, Distanzprobe und wiederholbares Blocking sind die eigentlichen Werkzeuge.
- Autofokus kommt im Cine-Bereich an, gibt aber das kreative Timing ab — wann die Schärfe sitzt, ist ein erzählerischer Beat.
- Je offener die Blende und je länger die Brennweite, desto kleiner die Toleranz und desto höher das Wiederholungsrisiko.
Mit TillyGen
Die TillyGen-Shotlist markiert offene Long-Lens-Fahrten als fokuskritische Setups — der Drehplan reserviert Probenzeit dort, wo Schärfen am schwersten sind.
Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.
Häufige Fragen
Warum zieht eine eigene Person die Schärfe?
Weil der Operator kadriert und der Schauspieler spielt. Schärfe braucht volle eigene Aufmerksamkeit — eine verrissene Schärfe löscht einen sonst perfekten Take.
Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?
Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.
Lassen sich die Ergebnisse exportieren?
Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.