Einen Dreh im Büro planen
Das Angebot klingt großzügig: Dreh doch bei uns im Büro, das kostet nichts. Am Drehtag ist dann jedes Problem dasselbe.
Worum es geht
Es ist der Arbeitsplatz von jemandem. Telefone klingeln, im gebrauchten Raum liegt ein Meeting, die Deckenpaneele flimmern auf der Kamera und lassen sich nicht einzeln schalten, und die Glaswände spiegeln die Crew in jedes Bild. Drumherum stehen Menschen, die sich das Gefilmtwerden nicht ausgesucht haben und auf deren Bildschirmen Daten liegen können, die in keinem Video auftauchen dürfen. Technisch ist davon nichts schwer. Es muss nur geregelt sein, bevor eine Crew mit einem Plan anrückt, der für einen leeren Raum gemacht wurde.
Die Reihenfolge zählt mehr als die Werkzeuge. Wer einen Schritt überspringt, merkt das meist erst zwei Schritte später — und dann kostet die Korrektur ein Vielfaches.
Was hier anders läuft
Konkret heißt das in der Planung:
- Das Bürolicht ist der erste Kampf: Mischlicht, Flimmern und Deckenpaneele, die sich weder dimmen noch zonenweise schalten lassen.
- Glaswände spiegeln Crew, Licht und Fluchtwegschilder — plane Winkel, die an den Trennwänden entlang statt frontal hineingehen.
- Jede erkennbare Person braucht eine Einwilligung, und Bildschirme im Bild dürfen keine Kundendaten oder Vertrauliches zeigen.
- Großraumlärm hört nie auf: Klimaanlage, Tastaturen, Telefonate und die Kaffeemaschine landen alle auf der Tonspur.
Schritt für Schritt
In dieser Reihenfolge geht es am schnellsten:
- Geh durchs Büro zu der Uhrzeit, zu der wirklich gedreht wird. Licht, Lärm und Flurverkehr sehen um neun Uhr morgens völlig anders aus als um drei.
- Buche die benötigten Räume wie normale Meetings, mit Puffer davor und danach, und häng ein Schild an die Tür, damit niemand mitten in den Take läuft.
- Kläre das Deckenlicht früh: Finde heraus, was sich zonenweise schalten oder dimmen lässt, und entscheide dann zwischen mitnutzen, ausschalten oder überstrahlen.
- Plane um Glas herum. Dreh an Trennwänden entlang, setz Negativfill oder eine Flagge gegen die schlimmsten Spiegelungen und prüf jedes Bild auf sichtbare Crew.
- Informiere die ganze Etage vorab per kurzer Mail — Zeiten, betroffene Bereiche, Ansprechperson — und biete einen Weg an, der den Drehbereich umgeht.
- Hol schriftliche Einwilligungen von allen, die im Bild sind, und kläre vorher, wie mit Kolleginnen und Kollegen umgegangen wird, die nicht gefilmt werden wollen.
- Räum Bildschirme und Tische im Bild frei: vorbereitete Ansichten oder Dummy-Daten statt echter Kundendaten, dazu ein Durchgang gegen Unordnung und Logos.
- Schütz den Ton: Interviews weg von der Klimaanlage, dazu eine Sperre für Drucker, Kaffeemaschine und das Telefon in diesem Raum.
Typische Stolperstellen
Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:
- Einen echten Bildschirm mit echten Kundendaten filmen und ihn im finalen Grading wiederfinden.
- Den Glas-Meetingraum wählen, weil er modern aussieht, und dann eine Stunde die Crew aus jeder Spiegelung räumen.
- Nur die gefilmte Abteilung informieren, sodass der Rest der Etage den Dreh als Störung zum Diskutieren behandelt.
Mit TillyGen
TillyGen macht aus dem Gebäude einen Plan: welcher Raum zu welcher Stunde, welche Setups sich ein Licht teilen und wann die Interviewblöcke liegen.
Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.
Häufige Fragen
Brauchen wir von allen im Büro eine Einwilligung?
Von allen, die erkennbar im Bild sind, schriftlich. Plane für Ablehnungen einen anderen Winkel oder Weg, statt das während eines Takes zu verhandeln.
Kann während der Arbeitszeit gedreht werden?
Oft ja, wenn die lauten Setups um Meetings und Telefonate herum liegen. Früher Morgen kauft Tonqualität, die keine Post später zurückholt.
Was tun mit dem Deckenlicht?
Vorher klären, was sich einzeln schalten lässt. Mischlicht und Flimmern sind geplant beherrschbar und kosten am Set entdeckt einen halben Tag.
Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?
Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.
Lassen sich die Ergebnisse exportieren?
Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.