Einen Dreh in mehreren Städten planen

Die Route ist eine Produktionsentscheidung, keine Reisebuchung. Sie bestimmt die Zahl der Tage und die Einheitlichkeit des Materials.

Worum es geht

Geografie bringt drei Probleme mit, die ein Dreh an einem Ort nie hat. Reisen frisst Drehtage und Ruhezeit, und die Stunden unterwegs zählen gegen das, was Menschen sinnvoll arbeiten können. Die Crew wechselt von Stadt zu Stadt, das gleiche Briefing muss also immer wieder an Leute gehen, die beim letzten Mal nicht dabei waren. Und das Material muss trotz anderer Räume, anderem Tageslicht und oft anderer Kameras zusammenschneiden. Gelöst wird das nicht am Drehtag, sondern über die Reihenfolge der Städte, eine schriftliche Look-Vorgabe und die Frage, welche Rollen mitreisen.

Die Reihenfolge zählt mehr als die Werkzeuge. Wer einen Schritt überspringt, merkt das meist erst zwei Schritte später — und dann kostet die Korrektur ein Vielfaches.

Was hier anders läuft

Die Punkte, an denen sich das von anderen Fällen unterscheidet:

  • Reisetage sind Drehtage ohne Ergebnis. Plane sie ausdrücklich, statt sie an den Rändern anderer Tage zu verstecken.
  • Ruhezeiten gelten auch nach langen Fahrten — elf Stunden zwischen Abbau und nächstem Call sind der Bezugspunkt, keine Nettigkeit.
  • Eine mitreisende Kerncrew kauft Konsistenz, lokale Buchungen kaufen Ortskenntnis. Die meisten Projekte mischen reisende Köpfe mit lokaler Unterstützung.
  • Eine schriftliche Look-Vorgabe — Kamera, Optiken, Höhe, Hintergrundtyp, Lichtaufbau — hält sechs Städte in einem Film zusammen.

Schritt für Schritt

In dieser Reihenfolge geht es am schnellsten:

  1. Sortiere die Städte nach Geografie und Licht statt nach Kundenwunsch und rechne aus, was die Route an Reisetagen kostet, bevor du sie zusagst.
  2. Entscheide, welche Rollen mitreisen und welche lokal kommen. Regie und Kamera reisend, Bühne und Ton lokal ist der übliche Kompromiss und schützt den Look.
  3. Schreib eine Look-Vorgabe, mit der alle Städte arbeiten: Kamera und Codec, Optikpark, Interviewhöhe, Hintergrundtyp, Lichtaufbau und Tonaufbau — kurz genug, dass sie gelesen wird.
  4. Standardisiere das Setup so, dass ein fremder Raum in unter einer Stunde steht, und dreh in der ersten Stadt ein Referenzframe zum Abgleichen.
  5. Plane die Technik-Logik: was mit dem Team reist, was in welcher Stadt gemietet wird und wer die lokale Miete prüft, bevor die Crew landet.
  6. Bau den Plan um Anreise und Ruhezeit, nicht nur um Drehstunden. Später Abbau und früher Call in der nächsten Stadt ist ein Plan, der leise scheitert.
  7. Gib jeder Stadt einen lokalen Kontakt, der wirklich im Motiv stand — eine Besichtigung per Foto übersieht Parken, Lärm und den Aufzug, den es nicht gibt.
  8. Sichere das Material in jeder Stadt, bevor es weitergeht, und halte eine Kopie getrennt von der Person, die die Kamerataschen trägt.

Typische Stolperstellen

Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:

  • Die Städte danach sortieren, wer zuerst geantwortet hat, und zwei zusätzliche Reisetage bezahlen.
  • Den Interview-Hintergrund pro Stadt ändern, sodass der fertige Film wie vier unabhängige Projekte aussieht.
  • Annehmen, der lokale Verleih habe denselben Optikpark — und nichts anzugleichen haben, wenn er ihn nicht hat.

Mit TillyGen

TillyGen plant über Motive hinweg: Reiseblöcke, Ruhezeiten und Setups pro Stadt stehen in einem Plan — und ein Umsortieren der Route zeigt sofort, was es spart.

Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.

Häufige Fragen

Wie viele Städte passen in eine Drehwoche?

Das hängt an Distanz und Setup-Größe — rechne Reisen aber als Arbeit. Ein Tag mit Flug und Motivwechsel liefert selten einen vollen Tag Material.

Eine Crew mitnehmen oder lokal buchen?

Mischen. Eine reisende Kerncrew schützt Look und Briefing; lokale Buchungen kennen Parken, Hausmeister und den Lärm um vier Uhr nachmittags.

Wie bleibt der Look einheitlich?

Schriftliche Vorgabe plus Referenzframe aus dem ersten Motiv. Über Städte und Wochen aus dem Gedächtnis anzugleichen übersteht den Schnitt nicht.

Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?

Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.

Lassen sich die Ergebnisse exportieren?

Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.