Ein Konzept für Cutdowns anpassen
Die Anfrage kommt meist spät: Der Hero-Film steht, und jetzt braucht das Marketing fünf kürzere Versionen davon.
Worum es geht
Nachträglich herausgeschnitten sind diese Versionen Kompromisse. Der Kurzen fehlt das Ende, der Hochformatigen das Motiv, der stummen die Botschaft. Von Anfang an entworfen, sind sie einfach Ergebnisse desselben Drehs. Das heißt: das Konzept in Modulen bauen statt als eine durchgehende Argumentation — und beim Schreiben eine Einschränkung akzeptieren: Was die kürzeste Version sagen muss, muss in ihren eigenen wenigen Sekunden sagbar sein, nicht nur als Pointe des langen Films. Wer das ignoriert, zahlt zweimal: einmal im Schnitt und einmal für einen zweiten Drehtag, den niemand budgetiert hat.
Die Reihenfolge zählt mehr als die Werkzeuge. Wer einen Schritt überspringt, merkt das meist erst zwei Schritte später — und dann kostet die Korrektur ein Vielfaches.
Was hier anders läuft
Die Punkte, an denen sich das von anderen Fällen unterscheidet:
- Cutdowns werden im Konzept geplant, nicht im Schnitt herausgeschnitten — die kürzeste Version bestimmt, was der Dreh liefern muss.
- Modularer Aufbau schlägt den durchgehenden Bogen: Blöcke, die für sich stehen, lassen sich neu kombinieren, ein einziger Aufbau bricht beim Kürzen.
- Jede Länge braucht ein eigenes Ende. Eine Kurzversion, die mitten im Gedanken stoppt, wirkt wie ein technischer Fehler.
- Jede zusätzliche Version kostet Schnittzeit, Versionierung und oft Lizenzen — sie gehört als Budgetzeile in die Kalkulation, nicht in die Kulanz.
Schritt für Schritt
In dieser Reihenfolge geht es am schnellsten:
- Leg die Versionsliste fest, bevor du schreibst: welche Längen, welche Formate, welche Kanäle und welche davon mit Ton laufen. Diese Liste ist das eigentliche Briefing.
- Bestimm die eine Aussage, die die kürzeste Version landen muss. Ergibt der Hero-Film nur als Ganzes Sinn, übersteht er das Kürzen nicht.
- Schreib das Konzept in Modulen — abgeschlossene Blöcke mit eigenem kleinen Anfang und Ende — statt als eine Argumentation, die beim Kürzen auseinanderfällt.
- Plane für jede Länge einen eigenen Hook, denn eine Sechs-Sekunden-Version muss dort starten, wo der Hero-Film noch die Situation aufbaut.
- Ergänze in der Shotlist die Einstellungen, die nur die Kurzversionen brauchen: engere Bilder, saubere Produktshots und den Kernsatz ohne Anlauf.
- Gestalte Text und Branding so, dass sie in jeder Länge funktionieren — auch in der Version, in der das Logo zwei statt fünf Sekunden bekommt.
- Kalkuliere die ganze Familie ehrlich: Schnittrunden, Grafik, Untertitel und jede Musiklizenz, die mit der Nutzung über alle Ausspielungen skaliert.
- Kläre den Freigabeweg vorab für das gesamte Set — eine Runde für die Familie statt einer eigenen Feedbackschleife pro Länge.
Typische Stolperstellen
Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:
- Nur drehen, was der Hero-Film braucht, und dann feststellen, dass der Kurzversion das brauchbare Eröffnungsbild fehlt.
- Acht Versionen einer Idee produzieren, wo zwei die Kampagne tragen würden — und acht Feedbackrunden bezahlen.
- Musik nur für den Hero-Film lizenzieren und danach jeden Cutdown einzeln nachlizenzieren, zu schlechteren Konditionen.
Mit TillyGen
TillyGen plant die ganze Familie auf einmal: Gib die Versionsliste ein, und die Shotlist enthält die zusätzlichen Bilder und Durchgänge der Kurzfassungen.
Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.
Häufige Fragen
Für wie viele Cutdowns sollte ein Dreh planen?
Für so viele, wie die Kanäle wirklich veröffentlichen. Jede Version kostet Schnittzeit und Freigaben — eine kurze ehrliche Liste schlägt eine Wunschliste.
Lässt sich ein Hero-Film nachträglich kürzen?
Manchmal, schlecht. Ein als einziger Bogen geschriebener Film verliert seinen Punkt, wenn der Aufbau fehlt — deshalb gehören Kurzversionen ins Konzept.
Brauchen Cutdowns ein eigenes Storyboard?
Kein separates. Markiere im Master-Board, welche Panels jede Länge behält, damit der Dreh weiß, welche Bilder doppelte Arbeit leisten.
Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?
Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.
Lassen sich die Ergebnisse exportieren?
Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.