Untertitel erstellen

Der Großteil von Corporate-Video wird ohne Ton geschaut. Untertitel sind deshalb kein Barrierefreiheits-Extra, sondern für einen großen Teil des Publikums die eigentliche Tonspur.

Worum es geht

Automatische Transkription hat die Tipparbeit abgenommen und die redaktionelle Arbeit unangetastet gelassen. Maschinen raten bei Produktnamen schlecht, sie setzen Satzzeichen nach Pausen statt nach Sinn und brechen Zeilen dort, wo der Puffer voll ist. Das Ergebnis ist eine Wortwand, die schneller kommt, als irgendjemand mitliest. Gute Untertitel sind redigiert: verdichtet, wo Sprache redundant ist, an grammatischen Fugen umgebrochen und so getaktet, dass man die Zeile lesen und trotzdem ins Bild schauen kann. Dieser Redigierdurchgang ist kurz — und macht den ganzen Unterschied.

Die Reihenfolge zählt mehr als die Werkzeuge. Wer einen Schritt überspringt, merkt das meist erst zwei Schritte später — und dann kostet die Korrektur ein Vielfaches.

Was hier anders läuft

Konkret heißt das in der Planung:

  • Höchstens zwei Zeilen, an einer grammatischen Fuge umgebrochen, nie mitten im Namen oder zwischen Präposition und Nomen
  • Verdichten statt transkribieren: Füllwörter und Ansätze gehören in den Ton, nicht auf den Bildschirm
  • Eingebrannte Untertitel garantieren Anzeige und blockieren Übersetzung; eine separate Datei erlaubt beides und lässt sich abschalten
  • Prüfe Produktnamen, Ortsnamen und Abkürzungen von Hand — genau die verhauen Maschinen
  • Die Position zählt: Zeilen, die Bauchbinden überdecken, machen beides unlesbar

Schritt für Schritt

In dieser Reihenfolge geht es am schnellsten:

  1. Entscheide zuerst den Zweck: Barrierefreiheit, Schauen ohne Ton oder Grundlage für Übersetzung. Jeder Zweck führt zu anderen Entscheidungen bei Einbrennen, Wortwahl und Verdichtung.
  2. Erzeug das Transkript automatisch und lies es einmal komplett gegen den Ton. Der Durchgang kostet Minuten und fängt genau die Fehler, die sonst veröffentlicht werden.
  3. Verdichte jede Einblendung so, dass sich die Zeile in ihrer Standzeit bequem lesen lässt. Wer zwischen Lesen und Schauen wählen muss, hat einen zu langen Untertitel.
  4. Brich Zeilen nach Sinn um, nicht nach Breite. Artikel bleibt beim Nomen, der Name bleibt am Stück, die Verneinung bleibt beim Verb, das sie verneint.
  5. Korrigiere jeden Eigennamen, Produktnamen und jede Abkürzung gegen die Schreibweise des Kunden. Dieser eine Durchgang verhindert die sichtbarsten und peinlichsten Fehler.
  6. Gestalte auf Lesbarkeit: klare Schrift, deckende oder abgeschattete Fläche hinter dem Text und ein Schutzbereich, der die Zeilen von Bedienelementen der Plattform freihält.
  7. Liefere im Zweifel beides — eine Fassung mit eingebrannten Untertiteln für Social plus die separate Datei für Plattformen mit eigener Anzeige. Beides später zu bauen heißt zweimal exportieren.
  8. Spiel den fertigen Film vor der Auslieferung stumm auf einem Handy ab. Was du so nicht mitlesen kannst, braucht kürzere Zeilen, längere Standzeiten oder größere Schrift.

Typische Stolperstellen

Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:

  • Das rohe Auto-Transkript veröffentlichen, weil es in der Vorschau nah genug aussah
  • Dreizeilige Blöcke, die das Bild verdecken und schneller wechseln, als jemand liest
  • Untertitel ins Master einbrennen und danach nach einer englischen Fassung gefragt werden
  • Untertitel genau dort platzieren, wo die Plattform ihre eigenen Bedienelemente einblendet

Mit TillyGen

Wenn Untertitel und Sprachfassungen von Anfang an als Ergebnisse im TillyGen-Plan stehen, lässt der Schnitt Platz im Bild für Text — und die zusätzlichen Exportrunden stehen im Budget, statt geschluckt zu werden.

Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.

Häufige Fragen

Eingebrannt oder als separate Datei?

Eingebrannt für Social-Feeds, wo Anzeige nicht sicher ist, separat für Websites, Player und alles, was später übersetzt werden könnte. Beides aus einem Schnitt zu liefern ist der günstigste Zeitpunkt.

Untertitel oder erweiterte Untertitel?

Untertitel geben das Gesprochene wieder; erweiterte Fassungen beschreiben auch relevante Geräusche. Geht es um Barrierefreiheit, gehören die zuschlagende Tür und der Musikeinsatz mit hinein.

Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?

Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.

Lassen sich die Ergebnisse exportieren?

Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.