Editor
Der Schnitt erbt jede Auflösungsentscheidung vom Set.
Worum es geht
Ein Schnitt kann eine schwache Performance kaschieren, aber keinen fehlenden Gegenschuss erfinden. Ob eine Szene sich schneiden lässt, entscheidet die Shotlist — Wochen bevor das erste Projekt angelegt ist. Das macht den Schnitt zum stillsten Beteiligten der Vorproduktion.
Jedes Gewerk braucht denselben Plan in einer anderen Ansicht. Genau daran scheitern Dokumentensammlungen: Sie bedienen immer nur eine Perspektive gut.
Was hier anders läuft
Konkret heißt das in der Planung:
- Cutaways und Inserts fliegen als Erste, wenn der Tag überzieht — und fehlen als Erste im Schnitt
- Eine Dialogszene ohne neutrale Totale hat keinen Ausweg, wenn der Anschluss zwischen Takes bricht
- Vorab vereinbarte Datei- und Ordnernamen sparen den kompletten ersten Schnitttag
Was der Plan liefern muss
Ein Produktionsplan ist für dieses Gewerk dann brauchbar, wenn er das hier hergibt:
- Sicherheits-Coverage je Szene in der Shotlist markiert
- Markierte Takes und Notizen, die mit dem Material reisen
- Eine Reaktion und ein Cutaway für jede Dialogszene
- Namenskonventionen, bevor die erste Karte formatiert wird
Typische Stolperstellen
Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:
- Annehmen, dass Material existiert, weil das Storyboard es versprochen hat
- Den Schnitt beginnen ohne die Shotlist, gegen die gedreht wurde
Mit TillyGen
In TillyGen trägt die Shotlist Sicherheits-Coverage je Szene — der Schnitt erbt Entscheidungen statt Zufälle.
Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.
Häufige Fragen
Sollte der Schnitt die Shotlist vor dem Dreh sehen?
Ja — und früh genug, um sie zu ändern. Auf Papier findet ein Editor die fehlende Reaktion in zwei Minuten; auf der Timeline kostet dieselbe Lücke ein Nachdreh-Gespräch.
Was ist die Mindest-Coverage für eine Dialogszene?
Eine Totale, die die ganze Szene hält, eine Nahe auf jede sprechende Person und mindestens ein motivierter Cutaway. Alles darunter wettet die Szene darauf, dass jeder Take anschließt.
Wie kommt Material schnittfertig an?
Benannt gegen die Shotlist, mit den am Set markierten Takes. Der Schnitt beginnt dann mit Selects statt mit einer Ausgrabungsphase.
Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?
Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.
Lassen sich die Ergebnisse exportieren?
Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.