Untersicht
Untersicht bedeutet, dass die Kamera unter der Augenhöhe des Motivs steht und nach oben blickt.
Worum es geht
Sobald die Kamera tiefer geht, kommt die Decke ins Bild. Drinnen ändert das den Lichtplan: keine Scheinwerfer mehr im Deckenraster, stattdessen Praktikables und Bodenstative — oder eine Deckenkonstruktion, die gebaut werden muss. Draußen übernimmt der Himmel den Hintergrund, was die Belichtung festlegt und einen bewölkten Nachmittag ausschließt, wenn die Bilder davor blau waren. Technisch braucht die Kamera einen Low Hat, den Low Mode am Kopf oder schlicht den Boden. Das alles ist billig zu planen und teuer, wenn es um neun Uhr morgens auffällt.
Der Begriff hilft nur, wenn alle am Set dasselbe darunter verstehen — deshalb steht hier der Gebrauch und nicht die Lexikondefinition.
Was hier anders läuft
Die Punkte, an denen sich das von anderen Fällen unterscheidet:
- Sehr steile Varianten heißen Froschperspektive: Die Kamera liegt fast am Boden und blickt gerade nach oben.
- Die Untersicht misst sich am Motiv: Eine Kamera auf der Trittleiter, die zu jemandem aufs Dach blickt, ist trotzdem Untersicht.
- Weitwinkel verstärken den Effekt deutlich — dieselbe Kamerahöhe wirkt bei 18 mm ganz anders als bei 50 mm.
Mit TillyGen
Ist eine Szene aus der Untersicht geplant, notiert TillyGen die Folgen für Decke und Aufbau direkt an der Einstellung.
Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.
Häufige Fragen
Warum bremst die Untersicht einen Innendreh?
Weil die Decke sichtbar wird. Lampen, Stative und Aufbau müssen aus dem Kader, was meist heißt: die ganze Einstellung vom Boden aus neu ausleuchten.
Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?
Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.
Lassen sich die Ergebnisse exportieren?
Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.