Schrägaufnahme

Bei der Schrägaufnahme rollt die Kamera um die Objektivachse, sodass die Senkrechten im Bild schräg stehen.

Worum es geht

Zwei Dinge entscheiden, ob die Neigung trägt. Erstens die Motivation: Sie sitzt, wenn eine Figur den Halt verliert, wenn ein Raum falsch wirken soll oder wenn eine grafische Komposition die Diagonale braucht. Zweitens die Konsequenz. Ein gekipptes Bild schneidet sich schlecht gegen gerade Auflösung, also kippt entweder die Gegeneinstellung mit, oder die Neigung bleibt ein einzelnes Satzzeichen. Die Kamera achtet außerdem auf die unfreiwillige Variante: Ein schiefer Kopf liest sich beim Kunden als Schlamperei, nicht als Stil — deshalb wird vor jeder geraden Einstellung die Wasserwaage kontrolliert.

Der Begriff hilft nur, wenn alle am Set dasselbe darunter verstehen — deshalb steht hier der Gebrauch und nicht die Lexikondefinition.

Was hier anders läuft

Die Punkte, an denen sich das von anderen Fällen unterscheidet:

  • Dutch Tilt, Canted Angle und Schrägaufnahme meinen dieselbe Bewegung; am deutschen Set heißt es oft einfach Dutch oder schräg.
  • Wenige Grad Neigung lesen sich als Unruhe, starke Neigung als Stilmittel — dazwischen liegt wenig Brauchbares.
  • Handkamera driftet leicht in unfreiwillige Schräge, deshalb in der Shotlist vermerken, welche Einstellung bewusst gekippt ist.

Mit TillyGen

Eine gekippte Einstellung wird in TillyGen als solche markiert, damit die Gegeneinstellung dazu passt und nicht in der Post gerettet wird.

Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.

Häufige Fragen

Lässt sich eine Schrägaufnahme in der Post korrigieren?

Nur bedingt. Drehen im Schnitt beschneidet das Bild und verbiegt gerade Linien. Alles über eine kleine Korrektur hinaus gehört gedreht, wie es gemeint ist.

Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?

Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.

Lassen sich die Ergebnisse exportieren?

Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.