Verschlusswinkel

Der Verschlusswinkel drückt die Belichtungszeit als offenen Anteil einer rotierenden Verschlussscheibe aus, in Grad ihres Kreises.

Worum es geht

Die Einheit überlebt, weil sie skaliert: Der rotierende Spiegelverschluss der Filmkamera war pro Umdrehung einen festen Anteil offen — 180 Grad hießen immer halbe Frame-Dauer, bei jeder Bildrate. Digitalkameras behielten die Konvention, weil sie den Bewegungscharakter bei Tempowechseln konstant hält: 172,8 oder 180 Grad gesetzt, von 24 auf 48 fps geramped — die Unschärfe pro Frame behält ihre Proportion. DPs denken für den Look in Winkeln — eng für harte Action, weit fürs Verwischen — und lassen die Kamera in Sekundenbruchteile übersetzen.

Der Begriff hilft nur, wenn alle am Set dasselbe darunter verstehen — deshalb steht hier der Gebrauch und nicht die Lexikondefinition.

Was hier anders läuft

Konkret heißt das in der Planung:

  • Winkel und Zeit beschreiben dasselbe: 180 Grad bei 24 fps entsprechen 1/48 Sekunde.
  • Über Bildraten-Ramps bleibt der Winkel konstant, ein fester Sekundenbruchteil nicht — genau das ist sein Vorteil.
  • 172,8 Grad sind der klassische Europa-Trick gegen 50-Hz-Lichtflimmern bei 24 fps.

Mit TillyGen

Die TillyGen-Shotlist führt eine Kamera-Spalte, in der abweichende Verschlusswinkel pro Shot stehen — gewollte Looks überleben so bis in den Drehtag.

Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.

Häufige Fragen

Warum Shutter in Grad statt in Sekunden angeben?

Grad bleiben bei Bildratenwechseln aussagekräftig. 180 Grad halten den Bewegungscharakter bei 24, 48 oder 96 fps — 1/48 Sekunde passt nur zu einer davon.

Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?

Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.

Lassen sich die Ergebnisse exportieren?

Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.