Zerstreuungskreis
Der Zerstreuungskreis ist der größte Unschärfekreis, den das Auge bei normalem Betrachtungsabstand noch als scharfen Punkt akzeptiert.
Worum es geht
Jede Schärfentiefe-Tabelle, Objektivskala und Fokus-App nimmt still einen Zerstreuungskreis-Wert an — rund 0,025 mm ist eine übliche Vollformat-Konvention. Focus Puller interessiert das, weil die Annahme ihre Toleranz definiert: Eine für HD gerechnete Tabelle ist für eine 4K-Kinoleinwand optimistisch, wo derselbe Unschärfekreis mehr Pixel überspannt. Muss ein Shot die große Leinwand überleben, behandeln erfahrene ACs die Tabellen-Schärfentiefe als Maximum und halten die Schärfe enger, als die Zahlen verlangen.
Der Begriff hilft nur, wenn alle am Set dasselbe darunter verstehen — deshalb steht hier der Gebrauch und nicht die Lexikondefinition.
Was hier anders läuft
Konkret heißt das in der Planung:
- Der Wert ist eine Betrachtungskonvention, keine Physik — er kodiert Leinwandgröße, Auflösung und Sitzabstand.
- Höher aufgelöste Auslieferung verkleinert den akzeptablen Kreis und damit die reale Schärfentiefe.
- Wenn zwei Fokus-Apps sich widersprechen, stecken meist zwei verschiedene Zerstreuungskreis-Voreinstellungen dahinter.
Mit TillyGen
Im Produktionsplan steht das Ausspielformat neben dem Kamerapaket — über Fokustoleranzen wird dann von der Leinwand her argumentiert, auf die der Film trifft.
Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.
Häufige Fragen
Warum liefern zwei Schärfentiefe-Rechner verschiedene Ergebnisse?
Sie setzen unterschiedliche Zerstreuungskreise an. Keiner ist falsch — sie modellieren verschiedene Betrachtungssituationen. Für Kino nimm den strengeren.
Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?
Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.
Lassen sich die Ergebnisse exportieren?
Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.