Erklärvideo

Ein Erklärvideo hat einen Job: eine komplexe Sache in etwa einer Minute verständlich machen — der Plan ist vor allem ein Schreibplan.

Worum es geht

Geplant wird hier vor allem Sprache. Das Erklärvideo verdichtet ein Produkt, einen Service oder einen Prozess in ein gesprochenes Argument von etwa sechzig bis neunzig Sekunden; die Bilder dienen den Worten — Realdreh, Screencast, Grafik oder eine Mischung. Damit ist es der Schirm über dem animierten Erklärvideo, das sich ganz der Illustration verschreibt, und es trennt sich vom Tutorial, das jemandem Schritte beibringt, der schon überzeugt ist. Der Produktionsfußabdruck ist klein, der Kampf redaktionell: Jeder Stakeholder will sein Feature erwähnt sehen, und das Skript überlebt nur, wenn jemand die Botschaftshierarchie verteidigt — ein Problem, eine Lösung, ein nächster Schritt.

Das Format entscheidet über Umfang, Crew und Zeitrahmen — und zwar bevor das erste Motiv besichtigt ist.

Was hier anders läuft

Konkret heißt das in der Planung:

  • Die Wortzahl ist die Längensteuerung: gesprochenes Voiceover läuft in ziemlich stabilem Tempo, das Wortbudget des Skripts entscheidet also die Laufzeit, bevor Material existiert
  • Die Bildebene wird pro Skriptabschnitt gewählt — Screencast, wo das Produkt überzeugt, Realdreh, wo Menschen handeln, Grafik, wo Abstraktion hilft
  • Sprechercasting und Aufnahme sind eigene Planpunkte: die Stimme prägt das Markengefühl so stark wie die Bilder
  • Verständlichkeit ist vor der Produktion testbar: das Skript einem Außenstehenden vorlesen kostet eine Stunde und spart einen Neuschnitt

Was der Plan liefern muss

Ein Produktionsplan ist für dieses Gewerk dann brauchbar, wenn er das hier hergibt:

  • Ein festgezurrtes Skript mit Freigabe aller Stakeholder, bevor Bilder produziert werden
  • Einen Bildplan Abschnitt für Abschnitt, der je Skript-Beat das Medium benennt
  • Einen Voiceover-Plan: Stimmrichtung, Casting-Shortlist, Aufnahmetermin und Ausspracheliste

Typische Stolperstellen

Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:

  • Bilder starten, während das Skript noch Stakeholder-Wünsche sammelt — jeder ergänzte Satz reißt die Bildebene wieder auf
  • Drei Zielgruppen in ein Skript pressen, statt drei kurze Versionen zu schneiden
  • Fürs Papier schreiben statt fürs Ohr: Schachtelsätze, die gut lesen und schrecklich sprechen

Mit TillyGen

TillyGen strukturiert das Erklärvideo vom Briefing zum Skriptgerüst und Bildplan und hält die Botschaftshierarchie stabil, während Stakeholder kommentieren — die Laufzeit bleibt ehrlich zum Wortbudget.

Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.

Häufige Fragen

Wie lang sollte ein Erklärvideo sein?

Sechzig bis neunzig Sekunden sind der übliche Korridor für den Erstkontakt. Länger funktioniert nur, wenn das Publikum das Thema schon gesucht hat und Tiefe will.

Was gehört ins Briefing?

Die eine Frage, die das Video beantworten muss, das Vorwissen der Zielgruppe, der eine Call-to-Action und welche Aussagen rechtlich sicher sind. Featurelisten kommen zuletzt, nicht zuerst.

Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?

Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.

Lassen sich die Ergebnisse exportieren?

Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.