Event-Livestream
Alles, was im Livestream schiefgeht, geht öffentlich schief — Planung heißt hier, Fehler auszubauen, bevor sie senden können.
Worum es geht
Stell zuerst eine Frage: Was passiert, wenn etwas ausfällt? Ein Livestream ist eine Sendung — live gemischt, live gesendet, live gesehen — und sein Plan deshalb zwei Dokumente in einem. Die technische Hälfte kartiert die Signalkette von der Bühne zur Plattform: Kameras, Ton von der Saalkonsole, Bildmischer, Encoder und die Internetleitung mit getestetem Ersatzweg. Die redaktionelle Hälfte ist die Ablaufregie: wer wann dran ist, welche Grafiken kommen, wie Pausen überbrückt werden. Anders als der Aftermovie, der hinterher die besten Momente auswählt, muss der Stream jeden Moment überstehen, während er passiert. Die Setups reichen vom Ein-Kamera-Talk bis zur mittelgroßen Mehrkamera-Produktion mit eigener Regieposition.
Das Format entscheidet über Umfang, Crew und Zeitrahmen — und zwar bevor das erste Motiv besichtigt ist.
Was hier anders läuft
Die Punkte, an denen sich das von anderen Fällen unterscheidet:
- Redundanz wird pro Glied der Kette geplant: zweiter Encoder, zweiter Internetweg, Ersatzkabel — der Plan benennt, was übernimmt und wer umschaltet
- Ton kommt vor Bild: ein Feed von der Saalkonsole, überwacht von einer eigenen Person — weiche Bilder verzeiht das Publikum, bei schlechtem Ton geht es
- Die Ablaufregie skriptet die ganze Sendung inklusive Lücken — Vorlauf-Loop, Pausentafeln, Moderationsbrücken —, damit nie Stille in den Stream läuft
- Eine komplette Probe auf der echten Leitung am echten Ort ist ein Planpunkt, kein Luxus: dort trifft der Plan auf die Realität des Gebäudes
- Rechte sind Live-Fragen: Musik im Raum, Einwilligungen der Speaker und Plattformbedingungen werden geklärt, bevor der Encoder startet
Was der Plan liefern muss
Ein Produktionsplan ist für dieses Gewerk dann brauchbar, wenn er das hier hergibt:
- Ein Signalketten-Diagramm mit jedem Gerät, Kabelweg und seinem benannten Backup
- Eine Ablaufregie mit Zeiten, Kamera-Cues, Grafiken und Zuständigkeiten pro Minute
- Einen Probenslot am Veranstaltungsort auf der Produktionsleitung, mit dem echten Stream-Key
- Eine Eskalationskarte: wer über Failover entscheidet, wer das Publikum informiert, wer mit der Plattform spricht
Typische Stolperstellen
Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:
- Dem Venue-WLAN als Hauptleitung für das eine vertrauen, das nicht abreißen darf
- Ton vom Kameramikrofon nehmen statt von der Saalkonsole
- Im Büro proben und Strom-, Netzwerk- und Bühnenrealität der Location erst am Sendetag treffen
Mit TillyGen
TillyGen strukturiert den Livestream als Sendeplanung: Ablaufregie, Crew-Positionen und Technik-Checklisten an einem Ort — die Probe testet damit einen Plan, keine Improvisation.
Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.
Häufige Fragen
Wie sieht ein minimales Livestream-Setup aus?
Eine Kamera, Ton von der Saalkonsole, ein Hardware- oder Software-Encoder und eine kabelgebundene Leitung mit gebündeltem oder mobilem Backup. Alles darunter ist eine Aufzeichnung, keine Sendung.
Wie viel Probe braucht ein Livestream?
Ein kompletter Technikdurchlauf am Ort auf der echten Leitung, plus ein kurzer Leitungscheck vor Sendebeginn. Mehrkamera-Shows mit Grafik brauchen zusätzlich eine eigene Probe für die Regie.
Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?
Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.
Lassen sich die Ergebnisse exportieren?
Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.