Gründerstory
Eine Stimme trägt den ganzen Film — das Interview ist deshalb kein Drehtag unter anderen, es ist der Film.
Worum es geht
Eine Gründerstory erklärt, warum es eine Firma gibt, indem sie bei der Person bleibt, die angefangen hat: das Problem, in das sie lief, die Entscheidung, die damals niemand verstand, und was sie gekostet hat. Investoren sehen sie vor dem Termin, Bewerber vor der Bewerbung, Journalistinnen zitieren daraus. Die eine Perspektive trennt sie vom Jubiläumsfilm, der über Jahrzehnte für eine Institution spricht, und von der CEO-Botschaft, die sich zu etwas Aktuellem an ein definiertes Publikum wendet. Die Produktion ist klein und interviewgetrieben: ein langes Gespräch, ein Besuch in der ersten Werkstatt, Küche oder Garage, und Scans der Fotos, die es noch gibt.
Das Format entscheidet über Umfang, Crew und Zeitrahmen — und zwar bevor das erste Motiv besichtigt ist.
Was hier anders läuft
Die Punkte, an denen sich das von anderen Fällen unterscheidet:
- Das Interview braucht einen langen gebuchten Block, denn die ehrliche Antwort kommt meist, wenn die eingeübte aufgebraucht ist
- Originalschauplätze leisten mehr als jedes Set: Die erste Werkstatt oder Wohnung gibt der Geschichte einen Beleg, den ein Studio nicht baut
- Private Fotos und frühe Presseausschnitte müssen Wochen vorher zusammengetragen werden — sie liegen in Familienalben, nicht auf dem Firmenlaufwerk
- Gründer erzählen ihren Pitch im Reflex; die Fragenliste muss das Muster mit Konkretem brechen: Daten, Summen, Namen, die schlimmste Woche
Was der Plan liefern muss
Ein Produktionsplan ist für dieses Gewerk dann brauchbar, wenn er das hier hergibt:
- Einen langen Interview-Slot im Kalender der Gründerin, ohne direkt anschließenden Termin
- Eine mit Familie oder Gründer persönlich abgestimmte Foto- und Dokumentensammlung, inklusive Zeit fürs Scannen
- Eine Drehgenehmigung für die Originalorte, die heute womöglich jemand ganz anderem gehören
Typische Stolperstellen
Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:
- Die polierte Gründungslegende annehmen und nie fragen, was wirklich schiefging — übrig bleibt ein Film ohne Spannung
- Das Interview zwischen zwei Vorstandstermine legen, sodass die Antworten im Präsentationsmodus bleiben
- Im Schnitt feststellen, dass es kein Bild der Anfangsjahre in brauchbarer Auflösung gibt
Mit TillyGen
TillyGen bereitet die Gründerstory dort vor, wo sie entschieden wird: eine Fragenliste, die am Pitch vorbeikommt, eine Sammelliste für privates Material und ein Tagesplan für die Originalorte.
Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.
Häufige Fragen
Wie lang sollte das Interview gebucht sein?
Länger als das Material, das du brauchst. Plane Aufwärmen, die eingeübte Version und danach die echte — ein Slot, der pünktlich endet, liefert meist nur die ersten beiden.
Was, wenn die Gründerin die Firma verlassen hat?
Nutzungsrechte und Tonalität vor dem Dreh schriftlich klären. Eine Geschichte von jemandem, der weitergezogen ist, kann tragen — beide Seiten müssen aber wissen, was der Film sagen darf.
Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?
Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.
Lassen sich die Ergebnisse exportieren?
Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.