Eine Equipmentliste erstellen

Equipmentlisten scheitern am Weglassen: Die Lampe hat es auf den Truck geschafft, ihr Stativ nicht. Das Gegenmittel: die Shotlist pro Gewerk abgehen.

Worum es geht

Aus dem Gedächtnis gebaute Listen brechen an genau den Dingen, an die niemand denkt — Adapter, Verbrauchsmaterial, das zweite Ladegerät, die langweilige Hälfte jedes Paars. Eine Liste pro Gewerk entlang der Shotlist fängt das ab, weil jedes Gewerk seine eigenen Shots abgeht und fragt, was jedes Setup physisch verlangt. Die zweite Hälfte der Disziplin ist Logistik: Kisten, Laderaum, ein Abholtermin beim Verleih am Vortag und ein Rückgabetag, den wirklich jemand verantwortet — denn Technik, die zu spät zurückkommt, stellt leise eine zweite Woche in Rechnung.

Die Reihenfolge zählt mehr als die Werkzeuge. Wer einen Schritt überspringt, merkt das meist erst zwei Schritte später — und dann kostet die Korrektur ein Vielfaches.

Was hier anders läuft

Konkret heißt das in der Planung:

  • Die Einheit der Liste ist das Setup, nicht das Gerät: Jedes geplante Setup befragt die Liste mit seinen physischen Anforderungen.
  • Verbrauchsmaterial und Adapter sind Listenpunkte, nie Annahmen — Tape, Folien, Batterien und Kabelbinder stoppen teure Setups, wenn sie fehlen.
  • Backups werden für einzelne Ausfallpunkte geplant, nicht für alles: den einzigen Recorder, das einzige Ladegerät, die lookprägende Optik.
  • Die Liste hat eine Besitzerin und zwei Abhak-Momente: Verladen und Abbau — die meisten Verluste passieren an den Rändern des Tages.

Schritt für Schritt

In dieser Reihenfolge geht es am schnellsten:

  1. Geh die Shotlist Gewerk für Gewerk ab — Kamera, Support, Grip, Licht, Ton, Ausstattung — und liste, was jedes Setup physisch braucht, inklusive der langweiligen Hälfte jedes Paars.
  2. Ergänze den Stromplan als eigenen Abschnitt: Verteilung, Verlängerungen, Adapter für die Steckdosen des Motivs und eine schriftliche Antwort auf 'was, wenn die Sicherung fliegt'.
  3. Liste Verbrauchsmaterial explizit — Tape, Folien, Diffusion, Batterien, Kabelbinder — die billigen Dinge, deren Fehlen teure Setups stoppt.
  4. Markiere einzelne Ausfallpunkte und sichere sie bewusst ab: den einzigen Recorder, das einzige Ladegerät, die eine Optik, an welcher der Look des Films hängt.
  5. Prüfe die Liste gegen Fahrzeuge und Kisten: Was nicht passt, kommt nicht mit — und diese Erkenntnis gehört in die Vorbereitung, nicht an die Bordsteinkante um 06:00.
  6. Lege die Verleih-Abholung auf den Vortag und prüfe den Inhalt am Tresen gegen die Liste; fehlende Teile sind dort ein Gespräch und am Set eine Krise.
  7. Beschrifte Kisten nach Gewerk und Ladereihenfolge und gib der Liste eine Besitzerin, die beim Verladen abhakt und beim Abbau noch einmal.

Typische Stolperstellen

Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:

  • Listen nach Begeisterung sortiert — Kamera vollständig, Grip vage, Verbrauchsmaterial fehlt.
  • Keine Rückgabe-Logistik, sodass der Verleih leise eine zweite Woche berechnet.
  • Beim Abbau hakt niemand ab, und die fehlende Optik taucht erst beim nächsten Dreh auf.

Mit TillyGen

TillyGen leitet den Equipmentbedarf aus der generierten Shotlist ab — geplante Bewegung, Licht und Ton pro Setup werden eine prüfbare Liste statt einer Gedächtnisübung.

Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.

Häufige Fragen

Wie detailliert muss eine Equipmentliste sein?

So detailliert, dass eine fremde Person danach den Transporter packen könnte. Braucht ein Teil Stammeswissen, um auf die Liste zu kommen, hat die Liste ihren Job noch nicht gemacht.

Wem gehört die Equipmentliste in einer kleinen Crew?

Der Person, die lädt und zurückgibt — bei kompakten Drehs oft DP oder Producer. Entscheidend ist: eine benannte Person, keine geteilte Annahme.

Was wird am häufigsten vergessen?

Das Bindegewebe: Adapter, Stative, Zapfen, das zweite Ladegerät, Gaffer-Tape. Gewerke erinnern sich an ihre Heldentechnik und vergessen, was sie mit der Welt verbindet.

Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?

Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.

Lassen sich die Ergebnisse exportieren?

Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.