Eine Filmversicherung abschließen

Die Versicherung kaufst du, bevor dir der Verleih eine Kamera aushändigt — nicht, nachdem etwas kaputtgegangen ist.

Worum es geht

Fast jeder Dreh berührt drei getrennte Risiken: fremdes Equipment, Schäden an Dritten oder deren Eigentum und die Produktion selbst, die die Auslieferung nicht erreicht. Für jedes gibt es eine eigene Police, und keine deckt die anderen stillschweigend mit ab. Verleiher und viele Motive geben Technik oder Schlüssel erst gegen eine Bestätigung heraus, in der sie namentlich stehen — der Papierkram liegt also Wochen vor dem Drehtag auf dem kritischen Pfad. Jahrespolicen lohnen sich, wenn du ständig drehst; eine Einzelproduktionsdeckung passt zur Agentur mit vier Filmen im Jahr. Beides entscheidest du, indem du vor der Unterschrift weißt, welches Risiko welche Police beantwortet.

Die Reihenfolge zählt mehr als die Werkzeuge. Wer einen Schritt überspringt, merkt das meist erst zwei Schritte später — und dann kostet die Korrektur ein Vielfaches.

Was hier anders läuft

Konkret heißt das in der Planung:

  • Die Equipment-Deckung folgt der Technik, nicht dem Dreh: Gemietetes, Eigenes und Geliehenes läuft oft unter verschiedenen Klauseln und Summen.
  • Die Haftpflicht schützt Dritte — ein Lampenstativ im Schaufenster ist ein Haftpflichtfall, nie ein Equipment-Schaden.
  • Verleih und Motiv wollen meist eine Bestätigung, in der sie namentlich stehen; die Ausstellung dauert Tage und gehört in den Vorbereitungsplan.
  • Drohne, Wasser, Feuer, Stunts und Oldtimer sind klassische Ausschlüsse; sie brauchen benannte Erweiterungen statt optimistischer Annahmen.

Schritt für Schritt

In dieser Reihenfolge geht es am schnellsten:

  1. Liste zuerst die echten Risiken: Mietequipment, eigene Technik, fremdes Eigentum, das Motiv selbst, die Verfügbarkeit der Darsteller und jedes Fahrzeug, das für Kamera genutzt wird. Diese Liste wählt die Policen.
  2. Prüfe, was schon existiert. Produktionsfirmen haben oft Jahresverträge für Equipment und Haftpflicht; Freelancer selten, und die Betriebshaftpflicht des Kunden reicht fast nie bis ans Set.
  3. Zieh die Versicherungssummen aus dem echten Mietangebot statt aus dem Gedächtnis. Unterversicherung wird anteilig reguliert: Eine halb bewertete Kamera zahlt auch nur halb.
  4. Frag bei jedem Dienstleister und Motiv nach, welchen Wortlaut die Bestätigung braucht und wer namentlich genannt sein muss. Stell die Anfrage, sobald das Motiv bestätigt ist.
  5. Ergänze benannte Erweiterungen für alles Ungewöhnliche — Drohnenflüge, Wasser, Feuer, Tiere, Stunts, Nachtarbeit, denkmalgeschützte Gebäude. Der Standardwortlaut schließt mehr aus, als man denkt.
  6. Wieg die Selbstbeteiligung gegen die Größe des Jobs ab. Ein hoher Selbstbehalt macht kleine Schäden bei einem Zweitagesdreh sinnlos — das gehört in die Budgetzeile.
  7. Schließ die Deckung ab, bevor das erste Gerät abgeholt wird, und leg die Bestätigung zur Disposition. Dann zeigt die Crew sie am Tor, ohne im Büro anzurufen.
  8. Dokumentiere Schäden sofort: Fotos, eine kurze schriftliche Notiz, Namen von Zeugen. Schadensfälle scheitern viel häufiger an fehlenden Belegen als am Wortlaut.

Typische Stolperstellen

Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:

  • Annehmen, die Betriebshaftpflicht des Kunden decke die Filmcrew mit — das tut sie fast nie, und geprüft wird es erst nach dem Vorfall.
  • Ein Kamerapaket zum Tagessatz statt zum Wiederbeschaffungswert versichern, sodass der Totalverlust nur zum Bruchteil ersetzt wird.
  • Erst die Drohne buchen und dann die Ausschlüsse lesen, wenn die Deckung des Piloten an der Grundstücksgrenze endet.

Mit TillyGen

Equipmentliste und Drehplan aus TillyGen liefern die Zahlen, nach denen der Makler fragt: was an welchen Tagen an welchen Motiven steht — noch bevor das Angebot rausgeht.

Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.

Häufige Fragen

Welche Versicherungen braucht ein kleiner Corporate-Dreh?

Meist zwei: eine Equipment-Deckung für gemietete und eigene Technik und eine Haftpflicht für Schäden an Personen und Sachen. Alles Weitere hängt an Motiven und Stunts.

Wer zahlt die Versicherung — Kunde oder Produktion?

In der Regel trägt sie die Produktion und stellt sie als Budgetzeile ein. Kunden verlangen im Vertrag oft Mindestdeckungssummen — lies diese Klausel früh.

Ist privates Equipment der Crew mitversichert?

Nur wenn die Police es benennt. Objektive, Laptops und Tonkits der Crew liegen oft außerhalb der Produktionspolice und brauchen eine eigene Position.

Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?

Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.

Lassen sich die Ergebnisse exportieren?

Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.