Einen Schlechtwetterplan erstellen
Ein Schlechtwetterplan ist eine Entscheidung, die früh fällt — damit sie um sechs Uhr morgens niemand schlecht treffen muss.
Worum es geht
Drei Dinge machen einen Schlechtwetterplan brauchbar: eine Alternative, die sich wirklich drehen lässt, ein fester Zeitpunkt für die Entscheidung und eine namentlich benannte Person, die sie trifft. Fehlt eines davon, steht die Crew auf einem Parkplatz und wartet auf Konsens. Außenlastige Tage brauchen ein Ausweichmotiv, das genauso vorbereitet ist wie der Hauptplan — nicht auf den Drehplan gekritzelt. Und Regen ist selten das eigentliche Problem: Wind, der den Ton zerstört, flaues Graulicht, das nicht zum Sonnenschein von gestern schneidet, und zu weicher Boden für ein Stativ kosten mehr Drehtage als jeder Wolkenbruch.
Die Reihenfolge zählt mehr als die Werkzeuge. Wer einen Schritt überspringt, merkt das meist erst zwei Schritte später — und dann kostet die Korrektur ein Vielfaches.
Was hier anders läuft
Konkret heißt das in der Planung:
- Ein Ausweichmotiv funktioniert nur vorbereitet: Genehmigung, Technik und Darsteller für die Alternative müssen vorab stehen, nicht improvisiert werden.
- Anschluss ist der versteckte Preis — Sonne an Tag eins und flaue Wolken an Tag zwei schneiden innerhalb einer Szene selten zusammen.
- Die Entscheidung braucht Frist und Verantwortliche, weil Crew, Catering und Miettechnik umgelenkt werden müssen, bevor Leute losfahren.
- Wind und Kälte tun weher als Regen: Mikrofone, Drohnen, Hände und Akkus geben früher auf als die Kamera.
Schritt für Schritt
In dieser Reihenfolge geht es am schnellsten:
- Markiere jedes Außenmotiv im Drehplan als wetterabhängig und notiere, was es wirklich braucht: trockenen Boden, eine Sonnenrichtung, ruhige Luft oder schlicht keinen Starkregen.
- Wähl für jeden exponierten Tag ein Ausweichmotiv — eine Innenszene, ein zweites Motiv oder einen Block Inserts, der dieselben Stunden mit derselben Crew füllt.
- Bereite die Alternative auf dem Niveau des Hauptplans vor. Ein Ersatzmotiv ohne Schlüssel, Ansprechpartner und Parkregelung ist ein Wunsch, kein Plan.
- Leg den Entscheidungszeitpunkt fest: wer welche Prognose prüft, zu welcher Uhrzeit und wen er informiert. Schreib diesen Satz auf die Disposition, dann wird er nie zur Debatte.
- Bestell Wetterausrüstung als Equipment statt als Einfall: Regenschutz für Kamera und Optik, Windschutz für die Mikrofone, Planen, ein Zelt, Handtücher, Wechselkleidung.
- Prüf das Anschlussrisiko, bevor du Tage tauschst. Eine Szene in anderes Licht zu verschieben kann im Schnitt mehr kosten als ein halber verlorener Drehtag am Set.
- Erklär dem Kunden die Wetterlogik vor dem Dreh, damit eine Planänderung am Tag selbst nach Kompetenz klingt statt nach schlechter Nachricht.
- Protokolliere, was bei welchen Bedingungen gedreht wurde, damit der Schnitt weiß, welche Takes nebeneinander bestehen und welche nicht.
Typische Stolperstellen
Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:
- 'Wir schauen mal, wie es aussieht' als Plan behandeln — dann wartet die ganze Crew im Regen darauf, dass jemand Verantwortung übernimmt.
- Ein Ersatzmotiv im Kopf haben, das für genau den Tag, an dem du es bräuchtest, nie bestätigt wurde.
- Vergessen, dass die Alternative dieselben Darsteller braucht, deren Verfügbarkeit am ursprünglichen Tag hängt.
Mit TillyGen
TillyGen macht das Tauschen billig: Der Drehplan markiert die wetterabhängigen Blöcke und zeigt, was eine Verschiebung mit dem Rest anstellt, bevor du sie festlegst.
Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.
Häufige Fragen
Wie weit im Voraus hilft eine Wetterprognose?
Die lange Sicht wählt das Ausweichmotiv, die kurze trifft die Entscheidung. Details nah am Tag, Richtung eine Woche vorher.
Verschieben oder Alternative drehen?
Verschieben klappt nur, wenn Darsteller, Crew und Motiv gemeinsam wieder frei sind — selten. Die Alternative hält den Tag produktiv, ohne alle Kalender neu zu verhandeln.
Wer entscheidet über das Wetter?
Eine Person, vorab vereinbart und auf der Disposition gedruckt. Geteilte Verantwortung für eine Wetterentscheidung heißt: Die Entscheidung kommt eine Stunde zu spät.
Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?
Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.
Lassen sich die Ergebnisse exportieren?
Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.