Storyboard für Social-Formate
Ein Board für den Feed beantwortet andere Fragen als ein Board für einen Film, der in einem dunklen Raum läuft.
Worum es geht
Es muss drei Dinge auf Papier belegen: dass die ersten Frames ohne Ton funktionieren, dass das Motiv einen Beschnitt durch das Interface überlebt und dass die Botschaft auch bei der Mehrheit ankommt, die nie lautstellt. Text wird dabei zum Bildelement statt zum Einfall in der Post, weil Untertitel echten Platz belegen und Kompositionen aus der Mitte ziehen. Und weil dasselbe Material meist mehrere Seitenverhältnisse bedienen soll, trägt das Board Beschnittmarken — die halten den Dreh bei der Kadrage ehrlich, statt den Streit in den Schnitt zu verschieben.
Die Reihenfolge zählt mehr als die Werkzeuge. Wer einen Schritt überspringt, merkt das meist erst zwei Schritte später — und dann kostet die Korrektur ein Vielfaches.
Was hier anders läuft
Konkret heißt das in der Planung:
- Boards für Feeds beginnen beim Hook: Die ersten Frames bekommen eigene Panels, weil dort die Mehrheit entscheidet.
- Bedienelemente liegen über dem oberen und unteren Bildrand, deshalb gehören Gesichter, Text und Logo in die Safe Area.
- Ton aus ist der Normalzustand. Jedes Panel braucht eine Notiz dazu, was Untertitel oder Bildtext gerade tragen.
- Ein Board, mehrere Beschnitte: Markiere, was in 9:16, 1:1 und 16:9 bleiben muss, wenn ein Dreh alle drei bedient.
Schritt für Schritt
In dieser Reihenfolge geht es am schnellsten:
- Entscheide Plattform und Platzierung, bevor du auch nur ein Panel zeichnest: Feed-Post, Story und In-Feed-Ad belohnen unterschiedliche Eröffnungsframes, unterschiedliche Längen und unterschiedliche Enden.
- Boarde die Eröffnung als eigene Panels: was in den ersten Frames zu sehen ist, was der Untertitel sagt und warum ein scrollender Daumen anhält.
- Zeichne die Safe Zones in jedes Panel. Interface, Untertitel und Profilelemente überdecken die Ränder, und ein für 16:9 zentriertes Motiv landet unter einem Button.
- Behandle Bildtext als Bildelement: Skizziere, wo er sitzt, wie lange er steht und was die Komposition dahinter in dieser Zeit macht.
- Plane zuerst die Version ohne Ton und behandle Ton als Zugabe. Überlebt die Botschaft nur mit Audio, ist das Board noch nicht fertig.
- Notiere den Beschnitt in jedem Panel, wenn das Material mehrere Formate bedient — dann lässt der Dreh Luft ums Motiv, statt das Problem in der Post zu finden.
- Halte Panels kurz und zahlreich statt wenig und detailliert. Ein Feed-Schnitt wechselt alle paar Sekunden die Einstellung, und das Board sollte diesen Rhythmus zeigen.
- Prüfe das Board am echten Handy statt am breiten Monitor. Komposition und Schriftgröße lesen sich in der Größe, in der wirklich geschaut wird, völlig anders.
Typische Stolperstellen
Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:
- Ein 16:9-Board zeichnen und hinterher beschneiden, sodass jede Totale ihr Motiv an die Ränder verliert.
- Die Marke ans Ende legen, wo das scrollende Publikum längst weg ist.
- Text gestalten, der nur im Vollbild lesbar ist, und ihn dann in einen Feed stellen, dessen Vorschau briefmarkengroß ist.
Mit TillyGen
TillyGen boardet aus dem Konzept und hält jedes Frame mit der Shotlist verbunden — Hochformat und Breitformat entstehen aus einem einzigen Plan.
Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.
Häufige Fragen
Wie detailliert müssen Social-Storyboards sein?
Am Anfang präzise, in der Mitte locker. Die Eröffnungsframes verdienen exakte Panels; der Rest kann Skizze mit klarer Kadrage-Notiz bleiben.
Boarden wir jeden Cutdown einzeln?
Nein. Boarde den Master und markiere, welche Panels jede Kurzversion behält. Getrennte Boards laufen auseinander und erzeugen Drehs, denen Material fehlt.
Wo gehören Untertitel hin?
In die Safe Area und weg vom unteren Interface-Streifen. Geh davon aus, dass die Plattform ihren eigenen Text genau dort platziert, wo du deinen wolltest.
Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?
Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.
Lassen sich die Ergebnisse exportieren?
Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.