Eine Disposition erstellen
Die Disposition ist das einzige Dokument, das wirklich jede Person der Produktion liest — meistens auf dem Handy.
Worum es geht
Alle lesen die Disposition, und die meisten lesen sie im Stehen, im Dunkeln, auf einem kleinen Display. Das gibt das Format vor: eine Seite pro Drehtag, die kritischen Fakten oben, keine Prosa. Sie trägt Zeiten, Adressen mit Parken und Eingang, die Reihenfolge des Tages, Sonnenuntergang und Wetter sowie die zwei, drei Nummern, die zählen, wenn etwas schiefgeht. Nebenbei wird sie zum inoffiziellen Nachweis, wann wer gerufen und wann wer entlassen wurde — genau darauf beruft sich jede spätere Diskussion über Arbeitszeit und Ruhezeit.
Die Reihenfolge zählt mehr als die Werkzeuge. Wer einen Schritt überspringt, merkt das meist erst zwei Schritte später — und dann kostet die Korrektur ein Vielfaches.
Was hier anders läuft
Die Punkte, an denen sich das von anderen Fällen unterscheidet:
- Eine Disposition pro Drehtag. Ein Sammelblatt für mehrere Tage wird am zweiten Tag falsch gelesen, wenn jemand die Datei von gestern öffnet.
- Individuelle Zeiten schlagen einen Sammelaufruf: Maske, Kamera und Darsteller brauchen fast nie denselben Start.
- Adressen brauchen Parken, Eingang und einen Kartenlink — die Postanschrift zeigt regelmäßig auf die falsche Gebäudeseite.
- Sonnenaufgang, Sonnenuntergang und Wetter gehören auch bei Innenmotiven aufs Blatt, weil sie das Gespräch über den Drehschluss bestimmen.
- Der Sicherheitsblock — nächstes Krankenhaus, Ersthelfer, Ansprechpartner vor Ort — ist der Teil, den niemand liest, bis er ihn braucht.
Schritt für Schritt
In dieser Reihenfolge geht es am schnellsten:
- Bau die Disposition aus dem bestätigten Drehplan, nicht aus der Shotlist. Sie zeigt den Ablauf eines Tages: was wann wo und mit wem gedreht wird.
- Setz einen allgemeinen Crew-Call und überschreib ihn pro Gewerk. Kamera baut auf, bevor die Maske kommt, Darsteller landen nach dem Licht — das spart ganzen Gruppen das Warten.
- Schreib jedes Motiv als Adresse, Parkhinweis, Eingang und Kartenlink auf, dazu Name und Handynummer der Person, die vor Ort aufschließt und den Strom kennt.
- Ergänze Sonnenaufgang, Sonnenuntergang und Wetter und markiere, welche Blöcke von Tageslicht abhängen. Diese eine Zeile verhindert die übliche Nachmittagspanik ums Außenmotiv.
- Führ die Darsteller separat mit Abholung, Maske, Set und geplantem Drehschluss und markiere, wer nur auf Abruf statt fest gerufen ist.
- Setz die Sicherheit auf die erste Seite: nächstes Krankenhaus mit Adresse, Ersthelfer, ortsspezifische Gefahren und die Nummer, die vor dem Büro angerufen wird.
- Halt den Schlechtwetterplan in einem Satz fest, damit die Entscheidung schon steht, wenn der Himmel kippt, und niemand auf nassem Pflaster ein Meeting einberuft.
- Verschick sie am Vorabend als PDF an Crew, Darsteller und Kunde — und schick jede Änderung als neue, nummerierte Version, nie als Nachricht im Chat.
Typische Stolperstellen
Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:
- Die Disposition erst am Drehmorgen schicken, wenn die halbe Crew schon Richtung gestriger Adresse fährt.
- Das Blatt von gestern duplizieren und ein Feld vergessen — meist das Motiv, bemerkt immer am Tor.
- Den geplanten Drehschluss weglassen, sodass die Arbeitszeitdiskussion am Set stattfindet statt im Drehplan.
Mit TillyGen
TillyGen schreibt die Disposition aus demselben Plan, aus dem Drehplan und Shotlist entstanden sind — Zeiten, Motive und Szenenfolge bleiben im Takt, wenn sich der Plan bewegt.
Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.
Häufige Fragen
Wann geht die Disposition raus?
Am Abend vor dem Drehtag, sobald der Drehplan steht. Später hat die Crew ihren Morgen schon nach Vermutungen geplant.
Ein Blatt für Crew und Darsteller oder zwei?
Ein Blatt mit eigenem Darsteller-Block. Zwei Dokumente heißen zwei Aktualisierungen, und das zweite ist verlässlich das veraltete.
Was, wenn sich über Nacht etwas ändert?
Verschick die komplette Disposition neu mit neuer Versionsnummer und schreib in einer Zeile, was sich geändert hat. Teilkorrekturen per Nachricht gehen zwischen anderen Nachrichten unter.
Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?
Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.
Lassen sich die Ergebnisse exportieren?
Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.