Ein Storyboard erstellen

Ein Storyboard beendet Diskussionen, bevor sie entstehen: Alle sehen dasselbe Bild, statt sich je ein eigenes vorzustellen.

Worum es geht

Storyboards beantworten Streitfragen im Voraus. Wenn eine Szene komplexes Blocking enthält, visuelle Effekte, Produktmomente, an denen der Kunde hängt, oder Geld, das nur einmal fließt — ein Stunt, ein Drohnenflug, eine Menschenmenge —, ist ein gezeichnetes Bild die billigste Probe, die es gibt. Der Rest des Films braucht meist keine Boards, sondern eine Shotlist. Teams verschwenden Vorbereitungszeit in beide Richtungen: vierzig Frames Interview-B-Roll zeichnen, die niemand ansehen wird — oder eine effektlastige Szene aus einem Prosa-Absatz drehen und am Set entdecken, dass Regie und Bildgestaltung verschiedene Filme im Kopf hatten.

Die Reihenfolge zählt mehr als die Werkzeuge. Wer einen Schritt überspringt, merkt das meist erst zwei Schritte später — und dann kostet die Korrektur ein Vielfaches.

Was hier anders läuft

Konkret heißt das in der Planung:

  • Boards sind selektiv: komplexes Blocking, VFX, Momente ohne zweite Chance und kundenkritische Bilder werden gezeichnet — Routine-Coverage nicht.
  • Frame-Nummern müssen auf Shotlist-IDs zeigen, sonst driften die beiden Dokumente in der Vorbereitung auseinander.
  • Pfeile und Anmerkungen tragen die Information — Kamerabewegung, Bewegung im Bild, Brennweiten-Gefühl — die Zeichnung selbst darf grob bleiben.
  • Ein Board ist ein Vertrag über die Absicht, kein Versprechen über die finale Komposition.

Schritt für Schritt

In dieser Reihenfolge geht es am schnellsten:

  1. Wähle die Szenen aus, die Frames verdienen: komplexes Blocking, VFX, Produktmomente, Ereignisse ohne zweite Chance. Wer alles zeichnet, begräbt die wichtigen Bilder unter den unwichtigen.
  2. Lege das Seitenverhältnis fest, bevor ein Strich fällt. Ein Board im falschen Format trainiert dem ganzen Team wochenlang die falsche Kadrage an.
  3. Zeichne grob, aber entscheidbar: Figuren als Formen, Räume als Linien. Das Bild muss beantworten, was im Frame ist und von wo — nicht an einer Wand gut aussehen.
  4. Annotiere Bewegung mit Pfeilen und Worten: Kamera-Push, Schwenkrichtung, Person quert. Bewegung ist die Information, die eine stehende Zeichnung zuerst verliert.
  5. Notiere Größe und Brennweiten-Gefühl pro Frame — weit und nah, lang und komprimiert —, damit die DP Absicht liest statt bloßer Geografie.
  6. Nummeriere Frames passend zu den Shotlist-IDs und halte beide Dokumente durch jede Überarbeitung synchron.
  7. Bespreche das Board mit Regie, DP und Kunde auf der richtigen Flughöhe: Es ist der Plan des Films — unter Vorbehalt dessen, was das Motiv am Tag erlaubt.
  8. Nimm das Board gedruckt mit ans Set und hake Frames beim Drehen ab — es ist nebenbei der schnellste Fortschrittsbericht, den ein Kunde akzeptiert.

Typische Stolperstellen

Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:

  • Jede Szene zeichnen, sodass Vorbereitungszeit in Bilder fließt, die am Drehtag niemand ansieht.
  • Das Board als bindendes Kompositionsversprechen behandeln und dann gegen das Motiv kämpfen, statt es zu nutzen.
  • Schöne Frames ohne Anmerkungen — hübsch, aber stumm zu Bewegung, Brennweite und Absicht.

Mit TillyGen

TillyGen generiert Storyboard-Frames aus dem Briefing und hält sie mit Shotlist und Drehplan verknüpft — eine geänderte Szene aktualisiert ihre Frames, statt sie zu verwaisen.

Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.

Häufige Fragen

Muss ich zeichnen können, um zu storyboarden?

Nein. Kästen, Strichfiguren und ehrliche Pfeile entscheiden genauso gut wie Illustration. Ein Board stirbt an fehlender Information, nicht an fehlendem Handwerk.

Welche Szenen gehören immer ins Board?

Alles mit nur einer Chance — Stunts, Drohnenflüge, Momente mit Menschenmengen — dazu VFX-Shots und die Bilder, an denen der Kunde den Film messen wird.

Wie hängen Storyboard und Shotlist zusammen?

Das Board zeigt, wie ein Bild aussieht; die Liste sagt, wann es gedreht wird und was es braucht. Gemeinsame Nummerierung hält beide als ein System zusammen.

Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?

Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.

Lassen sich die Ergebnisse exportieren?

Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.