Kamera

Die Kamera muss das Lichtfenster kennen, bevor die Objektivliste zählt.

Worum es geht

Technikentscheidungen folgen aus Planungsentscheidungen. Ein Objektivsatz für ein Goldstunden-Außenmotiv ist der falsche, wenn diese Szene am Ende um 11:00 gedreht wird.

Jedes Gewerk braucht denselben Plan in einer anderen Ansicht. Genau daran scheitern Dokumentensammlungen: Sie bedienen immer nur eine Perspektive gut.

Was hier anders läuft

Konkret heißt das in der Planung:

  • Ein 50 mm sieht auf Super 35 horizontal 25,4°, auf Vollformat 39,6°
  • 85 mm bei T1.4 auf 2 m Motivabstand ergeben rund 3 cm Schärfentiefe
  • Pralle Sommersonne bei ISO 800 und T2 liegt rund 6 Blenden über — ein ND1.8

Was der Plan liefern muss

Ein Produktionsplan ist für dieses Gewerk dann brauchbar, wenn er das hier hergibt:

  • Sonnenstand je Motiv und je Drehtag
  • Welche Szenen ins Goldstundenfenster fallen
  • Technikliste aus der Shotlist abgeleitet statt separat getippt
  • Kamera-Motiv-Distanzen schon bei der Besichtigung notiert

Typische Stolperstellen

Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:

  • Motivbesichtigung ohne die maximale Kamera-Motiv-Distanz zu messen
  • Ein T1.3-Objektiv für ein Handheld-Doku-Interview buchen

Mit TillyGen

Der Drehplan in TillyGen trägt den Sonnenstand jedes Motivs — das Lichtfenster ist Teil des Plans statt einer separaten Rechnung.

Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.

Häufige Fragen

Wann sollte der Objektivsatz feststehen?

Nach dem Drehplan, nicht davor. Die Tageszeit einer Szene bestimmt stärker, welche Optik sinnvoll ist, als die Beschreibung der Einstellung.

Wie viel Schärfentiefe bleibt bei T1.4?

Bei 85 mm auf 2 m Motivabstand rund 3 cm. Ein Atemzug Bewegung ist unscharf — das ist genauso eine Planungs- wie eine Objektivfrage.

Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?

Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.

Lassen sich die Ergebnisse exportieren?

Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.