Blende
Die Blende ist die verstellbare Öffnung im Objektiv, die bestimmt, wie viel Licht zum Sensor gelangt.
Worum es geht
Die Cine-Praxis dreht die Foto-Gewohnheit um: Statt die Blende dem Licht anzupassen, fixieren viele DPs einen Arbeitswert für den ganzen Film — T2 für einen flachen, weichen Look, T5.6 für geerdeten Realismus — und bringen dann das Licht zur Blende, mit Lampen und ND-Filtern. Der 1st AC stellt die Iris auf Ansage des DP; sonst fasst sie niemand an. Diese Disziplin hält die Schärfentiefe, und damit die visuelle Grammatik des Films, vom ersten bis zum letzten Setup konsistent.
Der Begriff hilft nur, wenn alle am Set dasselbe darunter verstehen — deshalb steht hier der Gebrauch und nicht die Lexikondefinition.
Was hier anders läuft
Die Punkte, an denen sich das von anderen Fällen unterscheidet:
- Am Set ist die Blende eine kreative Konstante; belichtet wird über ND und Licht, nicht durch Drehen an der Iris.
- Lamellenzahl und -form entscheiden, wie unscharfe Lichter zeichnen — die Blende malt das Bokeh.
- Offenblende zeigt die Schwächen einer Optik: weiche Ecken, Vignette, Glow. Manchmal ist genau das gewollt.
Mit TillyGen
Die TillyGen-Shotlist führt den Arbeitsblendenwert neben Objektiv und Filtern — die Look-Entscheidung ist dokumentiert, bevor jemand ein Set leuchtet.
Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.
Häufige Fragen
Warum nicht einfach die Blende ändern, wenn sich das Licht ändert?
Weil sich die Schärfentiefe mitändert — und das Publikum das als Look-Bruch liest. Cine-Crews halten die Blende und verschieben die Belichtung über ND oder Lampen.
Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?
Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.
Lassen sich die Ergebnisse exportieren?
Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.