Unterbelichtung

Unterbelichtung bedeutet, dass zu wenig Licht den Sensor erreicht hat und Bildinformation in den verrauschten Teil des Signals rutscht.

Worum es geht

Unterbelichtung ist der stille Preis eines Drehplans, der aus dem Takt gerät. Der Shot sieht auf dem hellen Set-Monitor noch brauchbar aus, das Team zieht weiter — der Schaden zeigt sich Wochen später, wenn das Grading die Schatten anhebt und Korn, Magentastiche und Banding auf glatten Wänden findet. Bei Nachtmotiven versteckt sie sich am besten, weil ein dunkles Bild dunkel aussehen soll. Die Abwehr ist Handwerk: Skop lesen, für den dunkelsten Bereich mit nötiger Zeichnung eine Untergrenze halten und lieber etwas aufhellen, statt der Schattenrettung aus dem Datenblatt zu vertrauen.

Der Begriff hilft nur, wenn alle am Set dasselbe darunter verstehen — deshalb steht hier der Gebrauch und nicht die Lexikondefinition.

Was hier anders läuft

Konkret heißt das in der Planung:

  • Schatten im Grading anzuheben verstärkt das Rauschen mit — beides lässt sich nicht trennen.
  • Komprimierte Codecs zeigen Banding in dunklen Verläufen wie Wänden und Himmeln deutlich früher als Rohmaterial.
  • Ein dunkler Look ist am sichersten, wenn er korrekt belichtet und später abgedunkelt wird, statt zwei Blenden unter zu drehen.

Mit TillyGen

TillyGen hält Nacht-Setups im Drehplan zusammen — der Gaffer baut eine Grundstimmung, statt gegen die Uhr Aufhellung zu improvisieren.

Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.

Häufige Fragen

Lieber unterbelichten als clippen?

Meist ja, denn Schatten behalten Restinformation, ausgefressene Lichter keine. Das ist aber eine Notlösung, keine Arbeitsweise.

Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?

Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.

Lassen sich die Ergebnisse exportieren?

Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.