Weißabgleich
Der Weißabgleich ist die Kameraeinstellung, die eine gewählte Lichtquelle als neutrales Weiß statt orange oder blau abbildet.
Worum es geht
Der Weißabgleich ist eine gestalterische Entscheidung, die sich hinter einem technischen Namen versteckt. Ein Abgleich auf 3200 K unter Kunstlicht zeigt den Raum neutral, ein Abgleich auf 5600 K im selben Raum lässt ihn warm-orange stehen — beides kann richtig sein, je nach Erzählung. Die Falle ist Mischlicht: ein Kunstlicht-Practical, ein Tageslichtfenster und eine grünstichige Leuchtstoffdecke können nicht alle gleichzeitig neutral sein — jemand muss eine Quelle folieren oder den Stich als Look akzeptieren.
Der Begriff hilft nur, wenn alle am Set dasselbe darunter verstehen — deshalb steht hier der Gebrauch und nicht die Lexikondefinition.
Was hier anders läuft
Die Punkte, an denen sich das von anderen Fällen unterscheidet:
- Raw hält den Weißabgleich in der Post veränderbar, doch der Set-Wert steuert trotzdem jede gestalterische Beurteilung des Tages.
- Neben dem Kelvin-Wert steht die Tint-Achse zwischen Grün und Magenta — wichtig bei Leuchtstoff und billigen LEDs.
- Eine Graukarte am Anfang eines Setups gibt dem Grading eine Referenz, die jede handschriftliche Notiz schlägt.
Mit TillyGen
In TillyGen steht der Weißabgleich bei den Licht-Notizen eines Setups — der Wert des DP überlebt den Weg von der Vorbereitung ans Set.
Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.
Häufige Fragen
Macht Raw den Weißabgleich am Set überflüssig?
Nein. Raw hält ihn änderbar, aber der aufgezeichnete Wert steuert die Monitore, an denen alle das Licht beurteilen — und die Dailies gehen so raus.
Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?
Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.
Lassen sich die Ergebnisse exportieren?
Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.