Polfilter

Ein Polarisationsfilter sperrt Lichtwellen einer Schwingungsrichtung und entfernt damit einen großen Teil des Reflexlichts nichtmetallischer Oberflächen.

Worum es geht

Der Polfilter kann etwas, das keine Grading-Suite nachholt: Er entfernt eine Spiegelung, bevor sie überhaupt aufgezeichnet wird. Autoinnenräume durch die Windschutzscheibe, Schaufenster, nasse Straßen und Seeoberflächen sind die Standardaufgaben, ein tieferes Himmelblau kommt gratis dazu. Der Haken ist die Geometrie: Die Wirkung ist am stärksten in einem bestimmten Winkel zur Fläche und zur Sonne — schwenkt die Kamera oder biegt das Auto ab, ändert sich die Filterwirkung mitten im Take. Weitwinkel polarisieren den Himmel zudem ungleichmäßig und hinterlassen ein dunkles Band im Bild.

Der Begriff hilft nur, wenn alle am Set dasselbe darunter verstehen — deshalb steht hier der Gebrauch und nicht die Lexikondefinition.

Was hier anders läuft

Die Punkte, an denen sich das von anderen Fällen unterscheidet:

  • Ein Polfilter kostet meist anderthalb bis zwei Blenden — das muss im Lichtplan eingerechnet sein.
  • Die Himmelswirkung ist im rechten Winkel zur Sonne am stärksten und verschwindet, wenn man zur Sonne oder von ihr weg dreht.
  • Auf blankem Metall wirkt er kaum, weil metallische Oberflächen Licht nicht auf dieselbe Weise polarisieren.

Mit TillyGen

Markiert die TillyGen-Shotlist Auto- und Fensteraufnahmen, stehen Polfilter und Lichtverlust im Lichtplan, bevor der Drehtag geplant wird.

Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.

Häufige Fragen

Lässt sich eine Spiegelung nicht später entfernen?

Nur mit Retusche, die pro Shot VFX-Tage kostet. Einen Filter am Set zu drehen dauert eine Minute — deshalb bleibt der Polfilter im Kompendium.

Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?

Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.

Lassen sich die Ergebnisse exportieren?

Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.