Jubiläumsfilm

Die Drehtage sind der leichte Teil — entschieden wird der Film in den Kisten, die seit dem letzten Umzug niemand geöffnet hat.

Worum es geht

Ein Jubiläumsfilm markiert ein Meilensteinjahr und läuft meist auf einer Veranstaltung: Festakt, Mitarbeiterfeier, Kundenabend. Zwei Dinge machen ihn zur eigenen Disziplin. Erstens lässt sich das Datum nicht verschieben — der Plan läuft rückwärts vom Termin, mit geschützter Zeit für Ausspielung und Probe. Zweitens kommt rund die Hälfte des Films womöglich aus Material, das nie jemand erfasst hat: Fotos, Filmrollen, Broschüren, alte Werbespots. Diese Recherche dauert länger als jeder Drehtag. Wo das Unternehmensportrait den Ist-Zustand zeigt und die Gründerstory bei einer Person bleibt, muss dieses Format Epochen verbinden — meist über langjährige Mitarbeitende, die über beide sprechen können.

Das Format entscheidet über Umfang, Crew und Zeitrahmen — und zwar bevor das erste Motiv besichtigt ist.

Was hier anders läuft

Die Punkte, an denen sich das von anderen Fällen unterscheidet:

  • Die Archivrecherche beginnt zuerst und endet zuletzt: Finden, Digitalisieren und Freigeben von Altmaterial ist der eigentliche kritische Pfad
  • Zeitzeugen sind womöglich im Ruhestand oder angeschlagen — ihre Interviews liegen früh im Plan, nicht im letzten Block
  • Gemischte Quellen heißt gemischte Formate: andere Seitenverhältnisse, Filmkorn, Mono-Ton. Das Bildkonzept muss das begrüßen statt kaschieren
  • Die Veranstaltung ist selbst ein Deliverable: Projektionsformat, Raumton und eine Version ohne Bühnenanmoderation gehören in den Plan
  • Rechte an alten Fotos und Spots sind oft ungeklärt, und Freigaben brauchen Wochen, die ein festes Datum nicht verzeiht

Was der Plan liefern muss

Ein Produktionsplan ist für dieses Gewerk dann brauchbar, wenn er das hier hergibt:

  • Ein Archivverzeichnis mit Quelle, Zustand, Digitalisierungsweg und Rechtestand für jedes Stück, das du verwenden willst
  • Einen Rückwärtsplan ab Veranstaltungsdatum mit fixen Meilensteinen für Recherche, Dreh, Schnitt und Technikprobe
  • Eine Interviewliste mit langjährigen Mitarbeitenden und Ruheständlern, früh terminiert und mit benannten Alternativen

Typische Stolperstellen

Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:

  • Annehmen, das Archiv existiere und sei nutzbar — und dann Rollen ohne Abspielgerät und Fotos ohne Rechteinhaber finden
  • Den Dreh vor der Recherche legen, sodass die neuen Szenen genau die Lücken nicht schließen, die das Altmaterial lässt
  • Eine Datei liefern, die der Saal nicht projizieren kann — aus Monaten Arbeit wird eine technische Entschuldigung auf der Bühne

Mit TillyGen

TillyGen plant den Jubiläumsfilm rückwärts vom Termin: Archivrecherche, Zeitzeugen-Interviews und Drehtage liegen auf einer Zeitachse, der Rechtestand ist pro Fundstück sichtbar.

Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.

Häufige Fragen

Wann sollte die Planung starten?

Früher als bei jedem vergleichbaren Unternehmensfilm, denn Archivrecherche und Rechteklärung laufen nach fremden Uhren. Die Drehtage sind der flexible Teil, das Datum nicht.

Was, wenn es kein brauchbares Archiv gibt?

Dann trägt der Film über Erzählung und Gegenwartsszenen, mit Grafik oder inszenierten Nachstellungen für fehlende Epochen. Diese Entscheidung gehört ins Konzept, nicht in den Schnitt.

Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?

Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.

Lassen sich die Ergebnisse exportieren?

Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.