Kurzdokumentation
Eine Kurzdoku lässt sich nicht storyboarden — aber die Bedingungen, unter denen gute Momente wahrscheinlich werden, schon.
Worum es geht
Eine Kurzdoku läuft ungefähr von der Länge eines langen Songs bis zu der eines kurzen Vortrags und begleitet einen echten Menschen, Ort oder Prozess. Ihr Versprechen lautet: nichts war gestellt. Das ist zuerst eine Produktionsbedingung und erst danach eine Ästhetik — kein zweiter Take, keine Wiederholung des Moments, auf den es ankam. Wo die Marken-Doku einen Absender mit Interessen trägt, ist die Kurzdoku nur ihrem Gegenstand verpflichtet; wo das Unternehmensportrait durch Fakten führt, lässt dieses Format eine Situation sprechen. Die Crews bleiben winzig — oft zwei oder drei Menschen, manchmal eine — damit ein Raum sich nicht allein deshalb ändert, weil ein Film hereinkommt.
Das Format entscheidet über Umfang, Crew und Zeitrahmen — und zwar bevor das erste Motiv besichtigt ist.
Was hier anders läuft
Konkret heißt das in der Planung:
- Zugang ist der eigentliche Budgetposten: Wer lässt dich rein, wie lange, und was passiert, wenn die Person mitten im Dreh ihre Meinung ändert
- Der Plan sieht Wartezeit bewusst vor, denn die tragenden Momente sind genau die, die niemand vorher ansagen konnte
- Ton wird geplant wie im Spielfilm, auch wenn das Bild es nicht wird — ein verlorener Satz lässt sich später nicht nachbauen
- Die Struktur entsteht parallel zum Dreh: Ein Arbeits-Exposé wird nach jedem Tag überarbeitet, damit die Lücken sichtbar bleiben
- Einwilligung ist ein laufendes Gespräch mit Menschen ohne Medienroutine, kein Formular, das an der Tür einmal unterschrieben wird
Was der Plan liefern muss
Ein Produktionsplan ist für dieses Gewerk dann brauchbar, wenn er das hier hergibt:
- Eine schriftliche Zugangsvereinbarung über Termine, Räume, mitgefilmte Dritte und das Recht, weiterzudrehen, wenn etwas schiefgeht
- Ein Arbeits-Exposé mit den Szenen, die du zu brauchen glaubst, und den Lücken, hinter denen du noch her bist
- Einen Tagesplan, der Beobachtungsblöcke reserviert — nicht nur Interview- und B-Roll-Slots
Typische Stolperstellen
Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:
- Planen wie beim Firmendreh: jede Stunde vollstopfen — und dann keine Kapazität haben, wenn Unerwartetes anfängt
- Das Interview am ersten Tag führen, bevor jemand der Crew genug vertraut, um den interessanten Satz zu sagen
- Das Exposé für ein Drehbuch halten und ohne jede Struktur dastehen, sobald die Wirklichkeit nicht mitspielt
Mit TillyGen
TillyGen hält die Kurzdoku organisiert, ohne sie totzuplanen: Zugangstermine, ein mitwachsendes Szenen-Exposé und Tagespläne mit reservierter Beobachtungszeit — fortgeschrieben, wenn sich die Geschichte dreht.
Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.
Häufige Fragen
Wie viele Drehtage braucht eine Kurzdoku?
Mehr, als das Material vermuten lässt. Zeit geht in Vertrauen und ins Warten auf echte Situationen — über Wochen verteilte Tage schlagen meist einen intensiven Block.
Was, wenn sich die Geschichte während des Drehs dreht?
Das ist der Normalfall und der Grund, warum das Exposé ein Arbeitsdokument bleibt. Nach jedem Tag überarbeiten und die restlichen Drehtage frei genug halten, um der besseren Geschichte zu folgen.
Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?
Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.
Lassen sich die Ergebnisse exportieren?
Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.