Online-Spot

Ein Online-Spot ist selten ein Film — er ist eine Familie von Versionen, und der Dreh muss sie alle füttern.

Worum es geht

Befreit von Sendeplätzen tauscht der Online-Spot feste Längen gegen eine andere Bedingung: Er muss an mehreren Orten gleichzeitig funktionieren — Pre-Roll, Feeds, Landingpages — jeder mit eigenem Format und eigener Aufmerksamkeitsspanne. Wo der TV-Spot ein Master festzurrt, plant der Online-Spot eine Matrix: welche Szenen es in 16:9 und 9:16 gibt, welche Anfänge als alternative Hooks dienen, welche Version ohne Ton funktionieren muss. Der Dreh selbst ist oft schlanker als eine Broadcast-Produktion, klein bis mittelgroß — aber die Shotlist ist breiter, denn jede Variante, die am Set fehlt, wird in der Post zum Kompromiss.

Das Format entscheidet über Umfang, Crew und Zeitrahmen — und zwar bevor das erste Motiv besichtigt ist.

Was hier anders läuft

Konkret heißt das in der Planung:

  • Die Versionsmatrix kommt zuerst: Längen, Formate und Hook-Varianten definieren die Shotlist — nicht umgekehrt
  • Szenen für vertikale Ausspielung brauchen am Set vertikal-sichere Auflösung: Aktion mittig, Kopffreiheit geschützt, Textzonen frei
  • Ansehen ohne Ton ist bei Feed-Platzierungen eine Planungstatsache — Kerninformationen brauchen einen visuellen Träger im Bild selbst
  • Alternative Anfänge sind am Set billig und später teuer: Hook-Varianten einplanen, solange das Licht schon steht

Was der Plan liefern muss

Ein Produktionsplan ist für dieses Gewerk dann brauchbar, wenn er das hier hergibt:

  • Eine Deliverables-Matrix, die vor der Shotlist jede Version mit Länge, Format und Plattform auflistet
  • Markierungen auf Shot-Ebene, welche Setups vertikal-sicher oder in beiden Ausrichtungen gedreht werden müssen
  • Einen Drehplan, der Hook-Varianten an ihre Ursprungsszene koppelt, damit Umlicht-Zeit nur einmal anfällt

Typische Stolperstellen

Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:

  • Ein 16:9-Master drehen und hoffen, dass 9:16 in der Post schon herausfällt — tut es selten
  • Die Botschaft in Dialog legen und dann in Platzierungen liefern, die stumm geschaut werden
  • Versionen als Schnittkosten verbuchen, während die echten Kosten das nie gedrehte Material sind

Mit TillyGen

TillyGen plant den Online-Spot von der Deliverables-Matrix abwärts: Länge und Format jeder Version fließen in Shotlist und Tagesplan — keine Variante fällt erst in der Post als fehlend auf.

Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.

Häufige Fragen

Was unterscheidet den Online-Spot vom TV-Spot?

Keine festen Spotlängen und keine Sendefreigabe, dafür mehr Deliverables: mehrere Formate, mehrere Längen, oft mehrere Hooks. Der Dreh ist schlanker, die Planung breiter.

Wie viele Versionen sollte der Plan abdecken?

So viele, wie der Mediaplan wirklich bucht — typisch eine Hero-Länge plus kurze Cut-Downs, jeweils in den Formaten ihrer Platzierungen. Versionen ohne gebuchte Platzierung sind Kosten ohne Zweck.

Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?

Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.

Lassen sich die Ergebnisse exportieren?

Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.