Drehbuchauszug-Vorlage

Der Drehbuchauszug liest ein Drehbuch so, wie eine Produktion es liest: als Liste von Dingen, die existieren müssen, bevor die Kamera läuft.

Worum es geht

Jede Bedarfsliste eines Drehs stammt aus dem Auszug — Requisiten, Kostüme, Fahrzeuge, Komparsen und Spezialtechnik führen alle auf ein markiertes Wort in einer Szene zurück. Wer ihn überspringt, spart die Arbeit nicht, sondern verlegt sie auf den Drehtag, wo eine fehlende Requisite Setups kostet statt einer E-Mail. Aus dem Auszug stammen außerdem die Achtel-Zählungen, mit denen Drehplan und Kalkulation rechnen — deshalb kommt er vor beiden. Ein Bogen pro Szene, Kategorien einheitlich markiert, und die Gewerke hören auf zu raten.

Die Vorlage ist der Ausgangspunkt, nicht das Ziel: Sobald sie zweimal von Hand ausgefüllt wurde, lohnt sich die Frage, ob das Dokument nicht aus dem Plan entstehen sollte.

Was hier anders läuft

Konkret heißt das in der Planung:

  • Ein Szenenkopf mit Nummer, innen oder außen, Tag oder Nacht und Set-Name, exakt wie im Drehbuch, damit nichts doppelt gezählt wird
  • Element-Kategorien — Besetzung, Komparsen, Requisiten, Kostüm, Fahrzeuge, Effekte — jede durchs ganze Buch auf ihre eigene, gleichbleibende Art markiert
  • Eine Achtel-Zählung pro Szene, denn mit der Szenenlänge in Achteln rechnen später Stripboard und Kalkulation
  • Eine Sammelliste pro Gewerk, die alle markierten Elemente zu einer Bedarfsliste bündelt — samt der Szenen, in denen sie vorkommen

Schritt für Schritt

In dieser Reihenfolge geht es am schnellsten:

  1. Fixiere zuerst die Szenennummerierung; ein Auszug gegen wandernde Nummern erzeugt Listen, die auf falsche Szenen zeigen.
  2. Lies das Buch einmal pro Kategorie und markiere jedes Element dieser Kategorie — wer alles in einem Durchgang jagt, übersieht die leisen.
  3. Leg pro Szene einen Auszugsbogen an und übertrag die markierten Elemente in ihre Kategoriefelder.
  4. Miss jede Szene in Seitenachteln und notiere den Wert auf dem Bogen — ein Achtel ist ein Achtel Drehbuchseite, großzügig gezählt.
  5. Verdichte die Bögen zu Gewerke-Listen: jede Requisite, jedes Kostüm, jedes Fahrzeug mit Szenen, Zuständigen und offenen Fragen.
  6. Ändert sich das Buch, zieh nur die geänderten Szenen neu aus und aktualisiere die Sammellisten — so bleiben sie lebendig statt historisch.

Typische Stolperstellen

Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:

  • Kalkulieren vor dem Auszählen — das bepreist einen Film, den noch niemand gezählt hat
  • Kurze Szenen überspringen: die Ein-Achtel-Nachtszene im Regen ist regelmäßig die teuerste Zeile der Woche
  • Geänderte Szenen nie neu ausziehen, sodass die Gewerke Fassung eins vorbereiten, während das Set Fassung drei dreht

Mit TillyGen

TillyGen zerlegt dein Briefing in Szenen und Setups als Ausgangsstruktur — das Auszählen beginnt mit einem Plan statt mit einem leeren Textmarker.

Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.

Häufige Fragen

Was genau ist ein Seitenachtel?

Drehbücher werden in Achteln einer Seite gemessen. Eine Szene über eine halbe Seite hat vier Achtel. Die Einheit ist absichtlich grob: Sie macht Szenenlängen schnell vergleichbar — mehr braucht die Planung nicht.

Braucht ein 90-Sekunden-Spot einen Auszug?

Einen leichteren, ja. Weniger Szenen heißt nicht weniger Element-Typen — ein einziger Tabletop-Shot kann mehr Requisiten und Rigging tragen als eine Dialogseite. Der Bogen wird kürzer, nicht optional.

Wer verantwortet den Auszug?

Meist Aufnahmeleitung oder Produktionsleitung — aber jedes Gewerk prüft seine eigene Kategorie. Die verantwortliche Person hält die Bögen aktuell, die Gewerke halten sie wahr.

Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?

Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.

Lassen sich die Ergebnisse exportieren?

Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.