Motivvertrag-Vorlage

Eine Drehzusage ist ein Gespräch, ein Motivvertrag ist ein Beleg. Der Unterschied zählt an dem Tag, an dem etwas kaputtgeht oder es sich jemand anders überlegt.

Worum es geht

Eigentümer verweigern die Unterschrift selten wegen des Honorars — sie verweigern sie, weil das Dokument vage über ihr Eigentum spricht. Ein Vertrag, der die genauen Räume nennt, die genauen Zeiten inklusive Aufbau und Rückbau, und was bewegt oder befestigt werden darf, unterschreibt sich leicht. Er schützt auch die Produktion: Das Recht, das erkennbare Eigentum im Film und seiner Bewerbung zu zeigen, muss schriftlich eingeräumt sein — und der Unterschied zwischen privatem Motivvertrag und behördlicher Drehgenehmigung entscheidet, welches Papier du überhaupt brauchst.

Die Vorlage ist der Ausgangspunkt, nicht das Ziel: Sobald sie zweimal von Hand ausgefüllt wurde, lohnt sich die Frage, ob das Dokument nicht aus dem Plan entstehen sollte.

Was hier anders läuft

Konkret heißt das in der Planung:

  • Exakte Bezeichnung des Motivs — welche Räume, welche Außenflächen, welche Zuwege — statt nur der Adresse
  • Zeiten getrennt für Aufbau, Dreh und Rückbau, denn die Riggingtage sind die, von denen Eigentümer vergessen, dass sie ihnen zugestimmt haben
  • Erlaubte Veränderungen und die Rückbaupflicht, mit fotografisch dokumentiertem Übergabezustand auf beiden Seiten
  • Die Nutzungseinräumung: Das erkennbare Eigentum darf im Film und seiner Bewerbung erscheinen, in den Medien und der Dauer, die die Produktion braucht
  • Honorar, Stornoregelung und der Notfallkontakt des Eigentümers für die Drehtage

Schritt für Schritt

In dieser Reihenfolge geht es am schnellsten:

  1. Übertrag die Fakten der Besichtigung in den Vertrag: Räume, Zuwege und Parken exakt so, wie vor Ort besprochen.
  2. Trag alle Zeiten inklusive Aufbau und Rückbau ein und ergänze die Option eines Überziehungstags mit bereits fixiertem Preis.
  3. Liste geplante Veränderungen konkret — was bewegt, geklebt, montiert wird — und vereinbare den Rückbau-Standard.
  4. Fotografiere den Übergabezustand gemeinsam mit dem Eigentümer vor dem ersten Aufbau und referenziere die Fotos im Vertrag.
  5. Fixiere Honorar, Zahlungsziel und Stornoregelung — auch für den Fall, dass Wetter den Drehtag verschiebt.
  6. Hol die Unterschrift ein, bevor die erste Kiste rollt, und gib dem Eigentümer eine gegengezeichnete Kopie zurück.

Typische Stolperstellen

Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:

  • Ein Handschlag statt einer Unterschrift — entdeckt an dem Morgen, an dem die Partnerin des Eigentümers anderer Meinung ist
  • Auf- und Rückbautage fehlen im Vertrag, sodass das Rigging auf Goodwill stattfindet
  • Keine Nutzungsklausel fürs erkennbare Eigentum — fällt auf, sobald aus dem Film eine Anzeige wird

Mit TillyGen

Der Drehplan in TillyGen zeigt, welches Motiv an welchen Tagen inklusive Aufbau gebraucht wird — der Vertrag deckt damit den echten Fußabdruck des Drehs ab statt einer optimistischen Teilmenge.

Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.

Häufige Fragen

Motivvertrag oder Drehgenehmigung — was gilt wann?

Privatgelände braucht den Vertrag mit dem Eigentümer, öffentlicher Raum die Genehmigung der Behörde — oft beides, wenn ein Dreh vom Hof auf den Gehweg schwappt. Prüf, wer jeden genutzten Quadratmeter kontrolliert.

Braucht ein Innendreh trotzdem eine Nutzungsklausel?

Ja, sobald das Eigentum erkennbar bleibt — ein markantes Loft, gebrandete Architektur, Kunst an den Wänden. Die Klausel kostet jetzt einen Absatz und erspart später eine Nachverhandlung.

Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?

Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.

Lassen sich die Ergebnisse exportieren?

Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.