Kamerabericht-Vorlage
Der Kamerabericht ist die Landkarte, nach der die Postproduktion navigiert — geschrieben am Set, im einzigen Moment, in dem das Wissen existiert.
Worum es geht
Metadaten protokollieren, was die Kamera tat; der Bericht protokolliert, was die Menschen meinten. ISO und Objektiv stehen in der Datei — aber welchen Take die Regie mochte, warum Take vier abbrach, welcher Clip ein Fehlstart ist: Dieses Wissen verdunstet bis zum Drehschluss, wenn es niemand gegen Karten- und Clip-IDs festhält. Ein Editor mit markierten Takes öffnet zuerst das gute Material; einer ohne schaut alles mindestens einmal. Multipliziere den Unterschied über einen mehrtägigen Dreh, und der kleine Bogen schlägt die meisten Technik-Upgrades.
Die Vorlage ist der Ausgangspunkt, nicht das Ziel: Sobald sie zweimal von Hand ausgefüllt wurde, lohnt sich die Frage, ob das Dokument nicht aus dem Plan entstehen sollte.
Was hier anders läuft
Die Punkte, an denen sich das von anderen Fällen unterscheidet:
- Karten- und Rollen-IDs, die über die gesamte Produktion eindeutig bleiben — wenn A003 zwei verschiedene Karten meint, stirbt das Archiv
- Pro Clip: Szene, Take, Objektiv, Filter und Framerate, damit die Post jedes Setup rekonstruieren kann, ohne die Bildgestaltung anzurufen
- Eine Spalte für markierte Takes, die zuerst geöffnet werden sollen — das wertvollste einzelne Feld des Bogens
- Eine Notizspalte für die menschliche Ebene: Fehlstarts, Schärfeprobleme, das Flugzeug im Hintergrund, diesen nehmen
Schritt für Schritt
In dieser Reihenfolge geht es am schnellsten:
- Leg das ID-Schema vor Tag eins fest — Kamerabuchstabe, Rollennummer, Datum — und vergib keine Kombination doppelt.
- Eröffne pro Karte einen frischen Bericht in dem Moment, in dem die Karte in die Kamera wandert, nicht rückwirkend beim Mittag.
- Protokolliere jeden Clip mit Szene, Take und Objektiv, solange die Klappe noch im Bild ist; zehn Sekunden jetzt schlagen zehn Minuten später.
- Markiere Takes sofort, wenn die Regie reagiert, und notiere die Reaktion in drei Worten.
- Übergib den Bericht zusammen mit der Karte an den DIT, damit Material und Wissen als ein Paket reisen.
- Gleiche beim Drehschluss Berichte gegen das Medienprotokoll ab: Eine Karte ohne Bericht ist ein Rätsel, ein Bericht ohne Karte ein Alarm.
Typische Stolperstellen
Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:
- Die Berichte des Tages beim Drehschluss aus dem Gruppengedächtnis rekonstruieren — das ist Fiktion mit Formular
- Karten-IDs mitten in der Produktion recycelt, sodass zwei Clips auf denselben Namen hören
- Keine markierten Takes, sodass der Schnitt jede Minute des Drehs in Echtzeit nacherlebt
Mit TillyGen
Die Shot-IDs aus dem TillyGen-Plan geben dem Bericht sein Bezugssystem: Was am Set protokolliert wurde, führt auf den geplanten Shot zurück — Coverage-Lücken zeigen sich, solange Nachdrehen noch billig ist.
Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.
Häufige Fragen
Kameras schreiben Metadaten — lohnt ein handgeführter Bericht trotzdem?
Ja, denn Absicht ist kein Metadatum. Die Datei kennt die ISO, aber nicht den Satz der Regie: den nehmen wir. Markierte Takes und menschliche Notizen sind der Teil, den kein Sensor erfasst.
Wer führt den Kamerabericht?
Klassisch die Kameraassistenz, in kleinen Teams die Person, die der Klappe am nächsten steht — entschieden vor Tagesbeginn. Ein Bericht mit rotierender, unbenannter Autorschaft ist der Anfang der Lücken.
Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?
Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.
Lassen sich die Ergebnisse exportieren?
Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.