Tagesbericht-Vorlage
Der Tagesbericht beantwortet eine Frage ohne Dekoration: Was hat der heutige Tag wirklich gekostet — und wo stehen wir jetzt.
Worum es geht
Drift auf einem Dreh ist leise. Hier fünfzehn Minuten, dort eine geschobene Szene, und an Tag vier beschreibt der Plan eine andere Produktion. Der Tagesbericht ist das Instrument, das Drift misst, solange sie korrigierbar ist: geplante gegen gedrehte Szenen, Zeit der ersten Klappe, Essenszeiten, Drehschluss, Überstunden pro Person, merkwürdige Vorkommnisse. Beim Drehschluss von einer verantwortlichen Person geschrieben, dauert er zehn Minuten. Sein Wert verzinst sich — die Berichte dieses Drehs sind die Kalibrierdaten fürs Angebot des nächsten.
Die Vorlage ist der Ausgangspunkt, nicht das Ziel: Sobald sie zweimal von Hand ausgefüllt wurde, lohnt sich die Frage, ob das Dokument nicht aus dem Plan entstehen sollte.
Was hier anders läuft
Die Punkte, an denen sich das von anderen Fällen unterscheidet:
- Geplante gegen abgedrehte Szenen und Setups, mit benannten Ausfällen und deren neuem Platz im Drehplan
- Die Zeitleiste des Tages in Uhrzeiten — Crew-Call, erste Klappe, Essen, Drehschluss — denn Gefühle über einen Tag lügen, Uhren nicht
- Überstunden pro Person und Gewerk, täglich erfasst, solange sie ein Fakt sind, statt monatlich, wenn sie ein Streitfall sind
- Vorkommnisse, Verletzungen, Schäden und Beinahe-Unfälle in sachlicher Sprache, dazu die an den DIT übergebenen Datenmengen
Schritt für Schritt
In dieser Reihenfolge geht es am schnellsten:
- Benenn die verantwortliche Person vor Drehstart — meist Aufnahme- oder Produktionsleitung — und beschütze ihre zehn Minuten beim Drehschluss.
- Fülle den Bericht tagsüber aus der Dispo vor: geplante Szenen, Call-Times und Motive sind ja bekannt.
- Erfasse die Uhrzeiten, wenn sie passieren; ein um 22 Uhr aus dem Gedächtnis geschriebener Bericht rundet alles Richtung Harmonie.
- Markiere beim Drehschluss jede geplante Szene als gedreht, teilweise oder entfallen — und schreib auf, wohin Entfallenes wandert.
- Ergänze Überstunden, Vorkommnisse und Datenmengen und schick den Bericht noch am Abend an Produktion und Producer.
- Lies nach Projektende alle Berichte in Folge — das Muster über die Tage ist die ehrliche Rezension des Plans.
Typische Stolperstellen
Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:
- Beschönigende Berichte, die Drift verstecken, bis sie zu groß zum Verstecken und zu spät zum Beheben ist
- Freitags drei Berichte für die ganze Woche schreiben — aus einem Gedächtnis, das längst alles verziehen hat
- Festhalten, was gedreht wurde, aber nicht, wohin entfallene Szenen wandern — bis sie lautlos aus dem Film verschwinden
Mit TillyGen
Weil der Plan in TillyGen lebt, hat der Bericht seine Referenz eingebaut: Das Tagessoll kommt aus dem Drehplan, und Abweichungen werden gegen ihn sichtbar statt gegen die Erinnerung.
Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.
Häufige Fragen
Ist ein Tagesbericht bei einem zweitägigen Corporate-Dreh übertrieben?
Verkleinere ihn, streich ihn nicht. Schon eine halbe Seite mit gedrehten Szenen, Uhrzeiten und Überstunden klärt Rechnungsfragen und füttert dein nächstes Angebot. Die Gewohnheit kostet weniger als ein einziger Abrechnungsstreit.
Wer liest den Tagesbericht überhaupt?
Zuerst Producer und Produktionsleitung, später die Buchhaltung — und wenn ein Tag wirklich entgleist, manchmal die Versicherung. Schreib ihn so, dass alle drei finden, was sie brauchen, ohne dich anzurufen.
Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?
Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.
Lassen sich die Ergebnisse exportieren?
Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.