Ein Drehbuch aufschlüsseln
Ein Breakdown verwandelt ein Drehbuch von Prosa in zählbare Elemente. Alles danach — Drehplan, Budget, Dispo — lebt von diesem Inventar.
Worum es geht
Spielfilmproduktionen schlüsseln Drehbücher reflexhaft auf; Corporate- und Werbedrehs lassen es weg, weil das Skript kurz ist — und entdecken dann am Set, dass Szene vier einen zweiten Laptop, eine gebrandete Tasse und einen Darsteller braucht, der vor einer Stunde Feierabend hatte. Der Breakdown ist bewusst unkreative Arbeit: Szene für Szene, welche Besetzung, welche Requisiten, welche Garderobe, welches Spezialequipment, innen oder außen, Tag oder Nacht. Dieses Inventar ist es, was der Drehplan sortiert, das Budget bepreist und die Dispo verteilt. Je kürzer der Dreh, desto weniger Luft gibt es, ein fehlendes Element aufzufangen — genau das ist das Argument, den Breakdown dann zu machen, wenn er überflüssig wirkt.
Die Reihenfolge zählt mehr als die Werkzeuge. Wer einen Schritt überspringt, merkt das meist erst zwei Schritte später — und dann kostet die Korrektur ein Vielfaches.
Was hier anders läuft
Konkret heißt das in der Planung:
- Szenennummern sind Infrastruktur: Sobald Drehplan und Listen sie referenzieren, zerlegt eine Umnummerierung jedes nachgelagerte Dokument.
- Die Kennzeichnungen INT/EXT und TAG/NACHT treiben den Drehplan stärker als alles andere im Text.
- Drehbücher verstecken Elemente in Verben — 'sie unterschreibt den Vertrag' verlangt still einen Vertrag, einen Stift und einen Tisch, der im Bild funktioniert.
- Achtelseiten als Aufwandsmaß taugen als Startpunkt — korrigiert um bekannte Brocken wie Stunts, VFX oder Choreografie.
Schritt für Schritt
In dieser Reihenfolge geht es am schnellsten:
- Fixiere zuerst die Drehbuchfassung, dann nummeriere jede Szene und friere die Nummerierung ein. Ein Breakdown auf einem wandernden Skript ist Arbeit, die du zweimal machst.
- Kennzeichne jede Szene mit INT oder EXT und TAG oder NACHT. Diese vier Werte sortieren später den gesamten Drehplan — kläre jeden unklaren Fall jetzt.
- Lies langsam und zieh die Elemente pro Szene in Kategorien: Besetzung, Komparsen, Requisiten, Garderobe, Fahrzeuge, Spezialtechnik, Tonbedarf. Die Verben verstecken die Hälfte davon.
- Schätze den Aufwand pro Szene — Achtelseiten sind das klassische Maß — und korrigiere um die bekannten Brocken: Choreografie, Kinder, Tiere, VFX-Plates.
- Notiere Abhängigkeiten zwischen Szenen: gleiche Darsteller-Paarung, gleicher Zustand der Ausstattung, Anschlüsse bei Wetter, Garderobe oder Tageszeit.
- Erstelle aus dem Bogen Zusammenfassungen pro Motiv und pro Rolle. Diese Auszüge, nicht das Drehbuch, sind das, womit die Drehplanung wirklich arbeitet.
- Geh den Breakdown gemeinsam mit Regie und Produktion durch — Punkte der Sorte 'klären wir am Set' sind genau das, wofür dieses Dokument existiert.
Typische Stolperstellen
Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:
- Eine nicht fixierte Drehbuchfassung aufschlüsseln — jede Überarbeitung entwertet den Bogen leise.
- Den Breakdown bei 'einfachen' Corporate-Drehs weglassen, wo eine einzige fehlende Requisite keine Luft zum Verstecken hat.
- Nur die offensichtlichen Elemente ziehen und darauf vertrauen, dass Garderobe und Ausstattung 'schon geregelt werden'.
Mit TillyGen
Der Breakdown in TillyGen wohnt im selben System wie Shotlist und Drehplan — eine ergänzte Szene aktualisiert den Plan statt fünf getrennte Dokumente.
Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.
Häufige Fragen
Brauchen Corporate-Videos ohne klassisches Drehbuch einen Breakdown?
Ja, in leichterer Form: Interviewblöcke, B-Roll-Situationen und Demo-Handlungen bekommen je Elemente, Personen und Kennzeichnungen. Das Format schrumpft; die Inventarlogik bleibt.
Was sind Achtelseiten?
Eine Drehbuchseite, in acht Teile geteilt, als grobes Aufwandsmaß pro Szene. Ein Achtel Dialog und ein Achtel Verfolgungsjagd sind nicht gleich — das Maß eröffnet das Gespräch, es beendet es nicht.
Wann in der Vorproduktion passiert der Breakdown?
Direkt nach der Fixierung des Drehbuchs und vor der Drehplanung, denn der Plan wird aus den sortierten Elementen des Breakdowns gebaut — nicht aus dem Drehbuch selbst.
Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?
Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.
Lassen sich die Ergebnisse exportieren?
Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.