Erste Kameraassistenz

Schärfe ist eine Wette auf Distanz und Probenzeit.

Worum es geht

Schärfe wird in Sekundenbruchteilen beurteilt und über Tage vorbereitet. Die erste Kameraassistenz liest die Shotlist auf Distanzen, Bewegung und Blenden — und den Drehplan auf die Umbauten, die niemand notiert hat.

Jedes Gewerk braucht denselben Plan in einer anderen Ansicht. Genau daran scheitern Dokumentensammlungen: Sie bedienen immer nur eine Perspektive gut.

Was hier anders läuft

Konkret heißt das in der Planung:

  • Jeder Kameraumbau — Stativ zu Gimbal zu Handheld — ist ein eigener Zeitblock, den der Plan besitzen muss
  • Offene Blenden auf bewegte Motive brauchen Probentakes, die nur existieren, wenn der Tag sie einplant
  • Der Optikplan pro Szene entscheidet, was auf dem Wagen mitfährt und was im Truck bleibt

Was der Plan liefern muss

Ein Produktionsplan ist für dieses Gewerk dann brauchbar, wenn er das hier hergibt:

  • Umbauten als sichtbare Blöcke im Drehplan
  • Distanz- und Bewegungsnotizen pro Einstellung
  • Probenfenster für offene Blenden und lange Brennweiten
  • Einen Optikplan an Szenen gebunden, nicht an Wünsche

Typische Stolperstellen

Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:

  • Am Drehtag merken, dass für das Gimbal kein Balancier-Fenster existiert
  • Die Optikliste beim Verleih bestellen, ohne die Shotlist dahinter

Mit TillyGen

TillyGen leitet das Kamerapaket aus der Shotlist ab — Verleihbestellung und Drehrealität passen an dem Morgen zusammen, an dem es zählt.

Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.

Häufige Fragen

Warum braucht die Assistenz die Shotlist und nicht nur die Optikliste?

Weil Schärfeziehen an Distanz, Bewegung und Blende pro Einstellung hängt, nicht daran, welches Glas existiert. Die Optikliste sagt, was im Koffer liegt — die Shotlist sagt, was schwer wird.

Was bedeutet ein Kameraumbau für den Tag?

Eine Pause, die oft die längste zwischen zwei Setups ist. Rigs werden umgebaut, balanciert und geprüft — ein Plan, der Shots nach Rig gruppiert, spart mehrere dieser Pausen.

Wann braucht Schärfearbeit Probenzeit?

Sobald die Schärfentiefe dünn wird oder das Motiv ohne Markierung läuft. Diese Takes müssen im Tagesplan stehen, denn sie verschwinden als Erste, wenn der Tag hinterherhängt.

Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?

Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.

Lassen sich die Ergebnisse exportieren?

Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.