TillyGen und CapCut
Die 9:16-Version ist kein Abfallprodukt des 16:9-Films — sie ist ein eigenes Deliverable mit eigenen ersten drei Sekunden. CapCut schneidet sie; TillyGen hat dafür gesorgt, dass ihr Material existiert.
Worum es geht
CapCut ist die Kurzform-Werkstatt: schnelle Schnitte am Handy oder Desktop, Captions, Vorlagen für vertikale Plattformen. Social-Editoren lieben das Tempo — und das Tempo bricht zusammen, wenn das Material nie für 9:16 kadriert wurde. Genau hier sitzt die Preproduktions-Verbindung: Stehen in TillyGen vertikale Versionen als Deliverables, plant die Shotlist für sie — Kadragen, die den Crop überleben, eigene vertikale Takes der Schlüsselmomente, Hook-Momente als eigene Shots gelistet. Der CapCut-Editor arbeitet dann nach einem Cutdown-Plan, statt eine horizontale Timeline nach Zufällen zu durchsuchen, die vertikal funktionieren könnten.
Eine Integration ist dann gut, wenn niemand mehr über sie spricht: Die Daten liegen dort, wo sie gebraucht werden, ohne dass jemand exportiert.
Was hier anders läuft
Die Punkte, an denen sich das von anderen Fällen unterscheidet:
- Deliverables in TillyGen benennen die vertikalen Versionen vorab — Anzahl, Länge, Plattform — der Dreh budgetiert also Takes dafür
- Hook-Kandidaten sind als Shots geplant: Der Drei-Sekunden-Opener eines Reels steht auf der Shotlist, statt im Schnitt erhofft zu werden
- Der als PDF exportierte Cutdown-Plan sagt dem CapCut-Editor, welche Shots welche Version bauen, in welcher Reihenfolge
- Safe-Frame-Notizen aus dem Storyboard markieren, was den 9:16-Crop horizontaler Takes überleben muss
Schritt für Schritt
In dieser Reihenfolge geht es am schnellsten:
- Definiere die Social-Versionen während der Planung als Deliverables in TillyGen — Formate, Längen, Plattformen — bevor die Shotlist final ist.
- Plane eigene Shots für Hooks und Schlüsselmomente in vertikal und markiere horizontale Shots, deren Kadrage den Center-Crop aushalten muss.
- Exportiere nach dem Dreh Cutdown-Plan und Shotlist als PDF für den Social-Editor — sein Briefing, lesbar am Handy neben CapCut.
- Schneide jede Version in CapCut gegen ihren Plan: Hook zuerst, Captions drauf, Plattform-Exportvorgaben wie im Deliverable definiert.
- Vergleiche Performance zurück zum Plan — welche geplanten Hooks Zuschauer hielten — und lass das in die nächste Shotlist einfließen.
Typische Stolperstellen
Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:
- Vertikale als Nachgedanke: Der Crop köpft jeden Sprecher, und das „schnelle Reel„ kostet einen Tag Rettungsschnitt
- Keine geplanten Hook-Shots — der Editor bastelt Opener aus B-Roll, und jede Version startet aus demselben Grund schwach
Mit TillyGen
TillyGen entscheidet, dass es vertikale Versionen gibt und was sie speist; CapCut gibt ihnen Tempo und Schliff. Die Reihenfolge zählt: Formatentscheidungen sind Preproduktion, Umsetzung ist Post.
Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.
Häufige Fragen
Warum Social-Schnitte überhaupt in der Preproduktion planen?
Weil vertikal andere Kadragen und eigene Hooks braucht. Geplant sind das zwei Extra-Takes pro Schlüsselmoment; ungeplant ist es ein Schnitt, der gegen jedes Bild kämpft.
Was bekommt der CapCut-Editor aus TillyGen?
Cutdown-Plan und Shotlist als PDF: welche Version existiert, welche Shots sie speisen, welcher Take vertikal kadriert wurde. Der Schnitt selbst bleibt komplett in CapCut.
Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?
Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.
Lassen sich die Ergebnisse exportieren?
Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.