Drehplan-Vorlage

Der Drehplan übersetzt die Shotlist in Zeit — Blöcke, Umzüge, Pausen und die ehrliche Antwort, ob der Tag reicht.

Worum es geht

Zeit ist der eine Budgetposten, den alle Gewerke gleichzeitig ausgeben. Ein Drehplan verdient sein Geld, indem er dieses Ausgeben sichtbar macht: Jeder Block nennt Szenen, Setup, Besetzung — und was passiert, wenn er überzieht. Motiv und Licht bestimmen die Reihenfolge stärker als jede Dramaturgie: Außenmotive jagen die Sonne, ein Umzug frisst eine Stunde, bevor jemand eine Kiste anfasst. Der Plan, den der Kunde kennt, und der Plan am Kamerawagen müssen dieselbe Datei sein, sonst regiert keiner von beiden.

Die Vorlage ist der Ausgangspunkt, nicht das Ziel: Sobald sie zweimal von Hand ausgefüllt wurde, lohnt sich die Frage, ob das Dokument nicht aus dem Plan entstehen sollte.

Was hier anders läuft

Konkret heißt das in der Planung:

  • Zeitblöcke, die Szene, Setup und Besetzung zusammen nennen — ein Blick zeigt, wer gerade arbeitet und wer wartet
  • Umzüge als eigene Blöcke mit eingerechneter Packzeit, nie als unsichtbarer Zwischenraum zwischen zwei Motiven
  • Feste Essenspausen, um die herum der Tag gebaut ist — eine Pause, die schwimmt, verschwindet und nimmt die Konzentration der Crew mit
  • Puffer unmittelbar vor den Shots, die nicht scheitern dürfen — licht- oder besetzungskritisch — statt als Deko am Tagesende

Schritt für Schritt

In dieser Reihenfolge geht es am schnellsten:

  1. Gruppiere zuerst alle Szenen nach Motiv, denn jeder vermiedene Umzug gibt dem Drehtag eine volle Stunde zurück.
  2. Ordne die Gruppen nach Licht: Setz die Anker an Sonnenauf- und -untergang und lass Innenmotive die flexible Mitte füllen.
  3. Übernimm realistische Minuten pro Setup aus der Shotlist-Schätzung und widersteh dem Runden nach unten, damit der Tag scheinbar passt.
  4. Trag Umzüge mit Packen, Fahrt und Ausladen als einen sichtbaren Block ein und setz dann die Essenspausen, die der Tag halten soll.
  5. Leg Puffer vor die kritischen Shots und prüfe die Arbeitszeiten des Casts inklusive der Ruhezeit vor dem nächsten Call.
  6. Geh den Entwurf mit erster Aufnahmeleitung und Gewerke-Köpfen durch, passe an und frier ihn ein — jede spätere Änderung läuft über eine Person mit Versionsvermerk.

Typische Stolperstellen

Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:

  • In Drehbuch-Reihenfolge planen und die Nostalgie mit drei vermeidbaren Umleucht-Runden bezahlen
  • Umzüge mit null Minuten ansetzen, als würde Equipment zwischen Adressen teleportieren
  • Den einen Golden-Hour-Shot mitten in den Nachmittag legen, weil die Zeitleiste so aufgeräumter aussah

Mit TillyGen

TillyGen baut den Drehplan aus der Shotlist mit bereits gebündelten Setups — und ziehst du eine Szene auf einen anderen Tag, wandern Dispo und Besetzungszeiten mit.

Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.

Häufige Fragen

Wie viel Puffer gehört in einen Drehtag?

So viel, dass die erste Überziehung keine Kettenreaktion auslöst. Leg ihn vor die unverschiebbaren Shots — und Puffer, der bis nachmittags überlebt, ist ein Geschenk, kein Beweis für zu viel.

Ab wann gilt der Drehplan als festgezurrt?

Sobald Motive, Cast-Verfügbarkeiten und Shotlist stillstehen — meist nach der technischen Besichtigung. Dann einfrieren, eine Person für Änderungen benennen und jede Änderung sichtbar versionieren.

Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?

Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.

Lassen sich die Ergebnisse exportieren?

Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.