Stripboard-Vorlage

Ein Stripboard legt jede Szene auf einen verschiebbaren Streifen — die Drehreihenfolge wird sortierbar, statt Gegenstand von Debatten zu sein.

Worum es geht

Bevor es Planungssoftware gab, sortierten Produktionen farbige Papierstreifen auf einem Brett — die Methode lebt, weil ihre Physik weiter gilt: Eine Szene ist eine Einheit mit Motiv, Besetzung, Lichtbedingung und Länge, und die günstigste Reihenfolge entsteht, wenn du diese Einheiten frei mischen kannst. Die Farbcodierung ist keine Zierde: Sie zeigt schon von Weitem, dass eine Nacht-Außenszene verloren zwischen zwei Tag-Innenszenen hängt. Tagesgrenzen-Streifen schneiden die sortierte Folge dann in Drehtage, die du verteidigen kannst.

Die Vorlage ist der Ausgangspunkt, nicht das Ziel: Sobald sie zweimal von Hand ausgefüllt wurde, lohnt sich die Frage, ob das Dokument nicht aus dem Plan entstehen sollte.

Was hier anders läuft

Die Punkte, an denen sich das von anderen Fällen unterscheidet:

  • Streifenfelder für Szenennummer, innen oder außen, Tag oder Nacht, Motiv, Besetzungs-IDs und Seitenachtel — die ganze Szene in einer lesbaren Zeile
  • Ein durchgehaltenes Farbschema für Tag-innen, Tag-außen, Nacht-innen und Nacht-außen, identisch angewendet über das gesamte Board
  • Tagesgrenzen-Streifen mit Datum und erwartetem Drehschluss, damit jeder Drehtag ein erklärtes Ende hat statt ein gefühltes
  • Banner-Streifen für Umzüge, Ruhetage und Feiertage, denn die Lücken zwischen den Drehtagen formen den Plan genauso wie das Drehen selbst

Schritt für Schritt

In dieser Reihenfolge geht es am schnellsten:

  1. Leg pro Szene einen Streifen aus dem Drehbuchauszug an und übernimm Besetzungs-IDs und Seitenachtel exakt so, wie sie dort gezählt wurden.
  2. Wende den Farbcode für innen, außen, Tag und Nacht an und kläre jede Szene, bei der der Auszug das offengelassen hat.
  3. Sortiere zuerst nach Motiv, innerhalb des Motivs nach Lichtbedingung und über die gesamte Folge nach Cast-Verfügbarkeit.
  4. Setz Tagesgrenzen-Streifen und prüfe die Last jedes Tages in Achteln — verschiebe Streifen, bis kein Tag eine Fantasie trägt.
  5. Halte die Sortierung gegen die Realität: Sperrtermine, Motivfenster, Genehmigungsdaten — jede Randbedingung bewegt Streifen, lass sie.
  6. Halte die finale Reihenfolge mit dem Drehplan synchron und sortiere bei jedem geplatzten Motiv oder Termin zuerst das Board neu.

Typische Stolperstellen

Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:

  • Streifen ohne Seitenachtel, wodurch jeder Drehtag gleich schwer aussieht, obwohl es keiner ist
  • Board und Drehplan auseinanderdriften lassen, bis keins von beiden den Dreh noch beschreibt
  • Rein nach Motiv sortieren und feststellen, dass die Hauptrolle jetzt elf Tage am Stück arbeitet

Mit TillyGen

In TillyGen verhält sich der Plan wie ein Board: Sortierst du Szenen um, tarieren sich Drehtage, Dispo und Besetzungszeiten um die neue Reihenfolge aus, statt zu brechen.

Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.

Häufige Fragen

Was sind Seitenachtel und warum stehen sie auf den Streifen?

Eine Drehbuchseite teilt sich in acht Teile, und Szenenlänge wird in diesen Achteln gezählt. Sie sind das einzige schnelle Maß dafür, wie viel Drehen ein Streifen bedeutet — ein Board ohne sie versteckt die Last.

Ist ein Stripboard für einen zweitägigen Corporate-Dreh übertrieben?

Bei einem Motiv vermutlich ja. Ab mehreren Motiven, geteiltem Cast oder gemischten Tag-Nacht-Anteilen zahlt sich das Sortieren beim ersten verschobenen Streifen aus, weil du die Folge sofort siehst.

Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?

Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.

Lassen sich die Ergebnisse exportieren?

Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.