TillyGen und Final Cut Pro

Final Cut Pro ordnet Material über Keywords statt Ordner — ein Clip kann gleichzeitig zu einer Szene, einer Location und einer Person gehören. Das Vokabular dafür liefert die TillyGen-Shotlist.

Worum es geht

Final Cut Pro ist die schnelle Spur der Mac-Postproduktion: magnetische Timeline, Hintergrund-Rendering und ein Library-Modell, in dem Keyword Collections Ordnerbäume ersetzen. Solo-Editoren und kleine Studios wählen es des Tempos wegen — der Interviewschnitt, geliefert in derselben Woche. Tempo hängt am Wiederfinden, und Wiederfinden an Verschlagwortung, die einmal, früh und gegen ein stabiles Vokabular passiert. Dieses Vokabular sollte nicht beim Import erfunden werden: Die TillyGen-Shotlist benennt Szenen, Locations und Setups bereits — ihre Begriffe werden das Keyword-Set, und das Shotlist-PDF bleibt als Checkliste offen, gegen die der Rohschnitt entsteht.

Eine Integration ist dann gut, wenn niemand mehr über sie spricht: Die Daten liegen dort, wo sie gebraucht werden, ohne dass jemand exportiert.

Was hier anders läuft

Konkret heißt das in der Planung:

  • Keyword Collections mit den Szenen und Locations der Shotlist machen jeden Planbegriff zum Ein-Klick-Filter über alles Material
  • Ein Clip trägt mehrere Plan-Keywords zugleich — Szene drei, Dachterrasse, Host — was Ordner nie ausdrücken könnten
  • Das Shotlist-PDF arbeitet als Assembly-Checkliste: Jede Zeile findet ihren Clip, und ungefundene Zeilen sind die Pickup-Liste
  • Library-Organisation pro Produktion hält die Projektgrenze des Plans auch auf der Platte intakt

Schritt für Schritt

In dieser Reihenfolge geht es am schnellsten:

  1. Lege die Library zur Produktion an und definiere Keyword Collections aus der TillyGen-Shotlist vor dem Import — Szenen, Locations, wiederkehrende Personen.
  2. Importiere das Material und verschlagworte beim Sichten: Jeder Clip bekommt sein Szenen-Keyword plus alles Zutreffende aus dem Planvokabular.
  3. Baue den Rohschnitt mit dem Shotlist-PDF neben der Timeline und hake Zeilen ab, sobald ihr Material in der Geschichte sitzt.
  4. Behandle nicht abgehakte Zeilen als Entscheidungen: Pickup drehen, Szene umbauen oder streichen — jede Antwort geht zurück an den, dem der Plan gehört.
  5. Archiviere die Library mit den Plan-PDFs im selben Ordner — ein Re-Edit in einem Jahr öffnet dann mit eigener Landkarte.

Typische Stolperstellen

Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:

  • Verschlagwortung auf „später“ verschoben: Dreihundert ungetaggte Clips machen jede Collection zur Lüge und jede Suche zur Scrubbing-Sitzung
  • Keyword-Vokabular driftet vom Plan weg — „Dach“, „Dachterrasse“ und „Terrasse“ teilen das Material einer Location jetzt dreifach

Mit TillyGen

Die Shotlist in TillyGen ist das kontrollierte Vokabular; Final Cut wendet es auf Material an. Stimmen die Wörter überein, ist Finden sofort — und der Rohschnitt prüft sich gratis selbst gegen den Plan.

Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.

Häufige Fragen

Übergibt TillyGen etwas direkt an Final Cut Pro?

Die Übergabe sind exportierte Shotlist und Storyboard — PDF zum Lesen, CSV, wo eine Liste hilft. Die Keyword-Struktur entsteht aus diesen Dokumenten; eine Projektdatei wechselt nicht hinüber.

Warum Keywords statt Bins für die Planstruktur?

Weil Planrealität mehrdimensional ist: Ein Shot gehört zu einer Szene und einer Location und einer Person. Keyword Collections drücken alle drei zugleich aus; ein Ordner zwingt dich, eines zu wählen.

Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?

Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.

Lassen sich die Ergebnisse exportieren?

Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.