TillyGen und Trello
Eine Zwei-Personen-Crew braucht keine Projektmanagement-Suite; sie muss sehen, was offen, in Arbeit und erledigt ist. Trello kann das — und TillyGen bewahrt es davor, mehr können zu müssen.
Worum es geht
Trello ist Kanban in seiner schlichtesten Form: Boards, Listen, Karten, Verschieben per Drag. Kleine Produktionsteams nutzen es für die operativen To-dos rund um einen Dreh — Transporter buchen, Location-Besitzer bestätigen, Akkus laden, Objektive zurückgeben. Gesund bleibt ein Trello-Board, solange es sich aus dem Planungsterritorium heraushält: Sobald Karten Drehreihenfolge oder Szenenabhängigkeiten abbilden sollen, kollabiert das Board zum Puzzle. Diese Struktur hält stattdessen TillyGen — und ein praktischer Trello-Kniff verbindet beides: Füge mehrzeiligen Text in eine neue Karte ein, und Trello bietet an, pro Zeile eine Karte anzulegen.
Eine Integration ist dann gut, wenn niemand mehr über sie spricht: Die Daten liegen dort, wo sie gebraucht werden, ohne dass jemand exportiert.
Was hier anders läuft
Die Punkte, an denen sich das von anderen Fällen unterscheidet:
- Kopiere Zeilen aus dem TillyGen-CSV, füge sie in eine Trello-Liste ein und nimm den Karte-pro-Zeile-Dialog an — das To-do-Board füllt sich selbst
- Eine Checkliste pro Drehtag auf einer einzigen Karte schlägt zwanzig verstreute Karten für Technik, Transport und Catering
- Die Karte „aktueller Plan“ enthält nichts außer dem TillyGen-Link und der neuesten Dispo als PDF — sie wechselt nie die Spalte
- Labels nach Gewerk lassen den Oberbeleuchter das Board auf das filtern, was den Oberbeleuchter angeht
Schritt für Schritt
In dieser Reihenfolge geht es am schnellsten:
- Lege ein Board pro Produktion an, mit den klassischen drei Listen — offen, in Arbeit, erledigt — und widersteh der vierten, bis es wehtut.
- Leite operative Aufgaben aus dem TillyGen-Plan ab: Alles, was gebucht, bestätigt, abgeholt oder zurückgegeben werden muss, wird eine Karte.
- Nutze den Einfüge-Kniff für die Masse: Kopiere Aufgabenzeilen aus dem exportierten CSV in eine Liste und bestätige eine Karte pro Zeile.
- Gib jedem Drehtag eine Karte mit Checkliste — Call bestätigt, Technik gepackt, Route geprüft — abgehakt am Vorabend.
- Führe eine feste Karte „aktueller Plan“ mit TillyGen-Link und neuester Dispo, und erneuere ihren Anhang bei jeder Planänderung.
Typische Stolperstellen
Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:
- Das Board mutiert zur Shotlist — Karten für Szenen, Karten für Shots — und jetzt beschreiben zwei Strukturen denselben Dreh unterschiedlich
- Erledigte Karten werden gelöscht statt archiviert — und mit ihnen der einzige Beleg, wer die Location wann bestätigt hat
Mit TillyGen
Trello trägt die Besorgungen, TillyGen den Plan, der sie erzeugt. Eine Karte darf sagen „Kran für Dienstag buchen“ — warum Dienstag, und für welche Shots, beantwortet der Plan.
Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.
Häufige Fragen
Kann Trello das TillyGen-CSV direkt importieren?
Nicht als eingebauten Board-Import. Der praktische Weg ist das Einfüge-Verhalten: Kopiere die Aufgabenzeilen als Text in eine Liste, und Trello macht aus jeder Zeile eine Karte.
Wann ist eine Produktion aus Trello herausgewachsen?
Wenn Karten Terminketten, Abhängigkeiten oder Gewerke-Ansichten bräuchten, um nützlich zu bleiben. Die Besorgungen dürfen in Trello bleiben; die Struktur war ohnehin die ganze Zeit in TillyGen.
Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?
Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.
Lassen sich die Ergebnisse exportieren?
Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.