TillyGen und Airtable
Airtable macht aus Tabellen kleine Datenbanken mit verknüpften Einträgen und umschaltbaren Ansichten. Rund um einen Produktionsplan ist das nützlich für alles, was der Plan referenziert, aber nicht verwaltet: Props, Kostüm, Cast-Logistik.
Worum es geht
Airtable steht zwischen Tabellenkalkulation und Datenbank: Tabellen, deren Zeilen Datensätze sind, Felder mit Typen, Verknüpfungen zwischen Tabellen — und dieselben Daten als Raster, Kanban oder Kalender. Produktionsteams nutzen das für Bestände: eine Props-Tabelle, eine Kostüm-Tabelle, ein Location-Steckbrief mit Parkplatz-Notizen und Stromzugang. Die TillyGen-Shotlist betritt diese Welt per CSV-Import und wird die Referenztabelle, gegen die die anderen verknüpfen: welches Prop in welchem Shot auftaucht, welches Cast-Mitglied an welcher Location gebraucht wird. Der Plan definiert die Shots; Airtable katalogisiert die Dinge drumherum.
Eine Integration ist dann gut, wenn niemand mehr über sie spricht: Die Daten liegen dort, wo sie gebraucht werden, ohne dass jemand exportiert.
Was hier anders läuft
Die Punkte, an denen sich das von anderen Fällen unterscheidet:
- Die importierte Shotlist-Tabelle bleibt per Konvention nur lesbar — andere Tabellen verknüpfen auf sie, niemand tippt hinein
- Eine mit Shots verknüpfte Props-Tabelle beantwortet mit einem Filter, welche Gegenstände an welchem Tag am Set sein müssen
- Die Kalenderansicht über verknüpfte Location-Einträge zeigt Buchungsfenster neben den Drehtagen, die der Drehplan vorgibt
- Neu importieren nach einer Planänderung heißt: Referenztabelle austauschen — nicht monatelang vermischte Edits entwirren
Schritt für Schritt
In dieser Reihenfolge geht es am schnellsten:
- Exportiere die Shotlist aus TillyGen als CSV und importiere sie als Referenztabelle in eine neue Airtable-Base, Felder gleich beim Ankommen sauber typisiert.
- Baue die Satelliten-Tabellen — Props, Kostüm, Locations, Cast-Logistik — und verknüpfe ihre Einträge mit den Shots, denen sie dienen.
- Lege die Ansichten an, die Gewerke wirklich nutzen: Kanban nach Vorbereitungsstatus für Props, Kalender über Location-Buchungen, Raster gefiltert pro Drehtag.
- Arbeite in der Vorbereitung frei in den Satelliten; die verknüpften Shot-Nummern halten jeden Eintrag am Plan fest.
- Ändert sich der Plan, exportiere frisch, tausche die Referenztabelle und lass die Verknüpfungen gegen den neuen Stand auflösen — die Satelliten überleben den Tausch.
Typische Stolperstellen
Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:
- Shot-Zeilen direkt in Airtable bearbeiten, weil es schneller geht als den Plan zu öffnen — Base und TillyGen beschreiben jetzt zwei verschiedene Drehs
- Satelliten auf Zeilennummern statt auf stabile Shot-Kennungen verknüpfen — jeder Neuimport verwürfelt die Verbindungen dann lautlos
Mit TillyGen
TillyGen entscheidet, was wann gedreht wird; Airtable inventarisiert, was diese Entscheidungen erfordern. Der CSV-Import zieht die Grenze: Shots fließen hinein — zurück fließt nichts außer Wissen in den Köpfen.
Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.
Häufige Fragen
Warum nicht die ganze Produktion in Airtable planen?
Airtable speichert Datensätze; es weiß nicht, dass eine verschobene Szene durch Drehplan und Dispo durchschlagen muss. Dieses Durchschlagen automatisiert TillyGen — in Airtable wärst du selbst der Mechanismus.
Was gehört in die Base, was in den Plan?
In den Plan: Szenen, Shots, Tage, Dispos — alles mit Abhängigkeiten. In die Base: Kataloge, auf die der Plan zeigt — Props, Kostüm, Location-Fakten, Reisedaten des Casts.
Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?
Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.
Lassen sich die Ergebnisse exportieren?
Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.