Datenmanagement-Plan-Vorlage

Material ist nur so sicher wie die unachtsamste Kopie, die jemand davon gemacht hat — am vollsten Abend des Drehs.

Worum es geht

Der Plan regelt das Fenster zwischen der Karte aus der Kamera und der Empfangsbestätigung der Post. In diesem Fenster ist alles fragil: Karten werden wiederverwendet, Platten reisen im selben Auto wie die Crew, und ein Umbenennen nach dem Kopieren zerlegt still jede Prüfsumme. Vor dem ersten Drehtag geschrieben, nimmt der Plan zwei Entscheidungen aus dem 22:30-Uhr-Kopf: ob diese Kopie reicht und ob diese Karte gelöscht werden darf. Während die Archiv-Checkliste die Jahre nach der Auslieferung regelt, regelt dieses Dokument die Tage, in denen das Material nur als Original existiert.

Die Vorlage ist der Ausgangspunkt, nicht das Ziel: Sobald sie zweimal von Hand ausgefüllt wurde, lohnt sich die Frage, ob das Dokument nicht aus dem Plan entstehen sollte.

Was hier anders läuft

Die Punkte, an denen sich das von anderen Fällen unterscheidet:

  • Eine Benennungs- und Ordnerlogik vor dem ersten Drehtag: Projekt, Drehtag, Kamera, Roll — damit ein Dateiname allein das Material verortet
  • Die Kopierregel ausgeschrieben als 3-2-1 — drei Kopien, zwei verschiedene Medientypen, eine davon außer Haus — mit geprüfter Prüfsumme je Kopie
  • Die Löschregel: Wer eine Karte formatieren darf, und zwar erst, wenn zwei verifizierte Kopien existieren und jemand das Material gesichtet hat
  • Die mit der Post abgestimmte Proxy-Vorgabe: Codec, Auflösung, Einblendung von Timecode und Dateiname, dazu der Ablageort
  • Eine Übergabeliste mit Rolls, Dateianzahl, Größen und Prüfsummen-Report sowie der Empfangsbestätigung, die die Post zurückschickt

Schritt für Schritt

In dieser Reihenfolge geht es am schnellsten:

  1. Stimm Benennung, Ordnerstruktur und Proxy-Vorgabe vor dem ersten Drehtag mit der Post ab und schreib den Beispielpfad direkt ins Dokument.
  2. Richte die Kopierstation mit vorangelegter Ordnerstruktur ein, damit niemand am Ende eines Vierzehnstundentags eine eigene Logik erfindet.
  3. Kopiere mit einem Werkzeug, das Prüfsummen verifiziert, und heb den erzeugten Report auf — Ziehen und Ablegen im Dateimanager beweist nichts.
  4. Trag jede Karte beim Einlesen in den Kamerabericht ein: Roll, Clipanzahl, Größe und das Kürzel der Person, die die Kopie geprüft hat.
  5. Halte Karten ungelöscht, bis zwei verifizierte Kopien existieren und das Material gesichtet wurde — formatiere dann in der Kamera, nicht am Laptop.
  6. Bring am selben Abend eine Kopie außer Haus, in einem anderen Fahrzeug oder einer anderen Tasche als die Arbeitsplatte.
  7. Übergib an die Post mit der Übergabeliste und warte auf eine ausdrückliche Empfangsbestätigung, bevor am Set etwas wiederverwendet wird.
  8. Halte zum Drehschluss fest, welche Kopien es gibt und wo sie liegen, damit die Archivierung später von einem bekannten Stand ausgeht.

Typische Stolperstellen

Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:

  • Eine Kopie auf einer Platte, die im selben Auto reist wie die Crew und die zweite Platte, die eigentlich das Backup sein sollte
  • Karten formatieren, um keine neuen zu kaufen — aus einer Hardware-Ersparnis wird ein nicht wiederholbarer Drehtag
  • Dateien nach dem Kopieren umbenennen: Der Prüfsummen-Report passt zu nichts mehr, die Verifikation wird Dekoration
  • Übergabe ohne Empfangsbestätigung — es entsteht eine Lücke, in der beide Seiten die andere für den Halter der einzigen Kopie halten

Mit TillyGen

TillyGen weiß, welche Szenen an welchem Tag mit welcher Kamera gedreht wurden — Datenplan und tägliches Kartenprotokoll passen damit zum echten Drehplan statt zu einem Ordner, an den sich jemand erinnert hat.

Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.

Häufige Fragen

Was heißt 3-2-1 im Drehalltag?

Drei Kopien des Materials, auf zwei verschiedenen Medientypen, eine davon räumlich woanders. Am Set sind das meist zwei Platten plus Upload oder eine Shuttle-Platte, die jeden Abend das Motiv verlässt.

Wann darf eine Karte formatiert werden?

Erst wenn zwei verifizierte Kopien existieren und jemand das Material abgespielt hat — die Verifikation findet die kaputte Kopie, das Abspielen die kaputte Datei. Formatiert wird in der Kamera, die die Karte als Nächstes nutzt.

Wie hängt das mit der Archiv-Checkliste zusammen?

Dieser Plan deckt das Produktionsfenster bis zur Übergabe an die Post ab. Die Archiv-Checkliste beginnt nach der Auslieferung und regelt, was in welchem Format wie lange bleibt.

Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?

Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.

Lassen sich die Ergebnisse exportieren?

Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.