Social-Cutdown-Matrix-Vorlage

Eine vertikale Fassung ist keine Exporteinstellung, sondern eine Bildentscheidung, die vor dem Aufbau der Kamera fallen musste.

Worum es geht

Kampagnen sind selten noch ein Film. Sie sind ein Hero-Cut plus eine Reihe von Ableitungen, die sich in Länge, Format, Untertitelung und Einstieg unterscheiden — jede mit eigenem Zweck. Die Matrix macht diese Menge zählbar, solange sie billig ist: Elf Fassungen sehen im Angebot aus wie eine Zeile und im Postplan wie drei zusätzliche Tage. In der Vorbereitung geschrieben, greift sie außerdem auf den Dreh zurück, denn eine 9:16-Fassung braucht Luft, die ein 16:9-Bild wegschneidet, und ein Start ohne Ton braucht ein Bild, das die Idee in zwei Sekunden ohne Dialog trägt.

Die Vorlage ist der Ausgangspunkt, nicht das Ziel: Sobald sie zweimal von Hand ausgefüllt wurde, lohnt sich die Frage, ob das Dokument nicht aus dem Plan entstehen sollte.

Was hier anders läuft

Die Punkte, an denen sich das von anderen Fällen unterscheidet:

  • Eine Zeile je Fassung mit Plattform, Placement, Länge, Seitenverhältnis und Bedarfsdatum — nicht eine Zeile je Plattform
  • Der Einstieg je Zeile: Was passiert in den ersten zwei Sekunden ohne Ton, denn so wird der Großteil gesehen
  • Untertitel je Zeile — eingebrannt, plattformgeneriert oder keine — weil eingebrannte Untertitel jede Sprache zu einem weiteren Export machen
  • Schutzbereiche je Format mit Markierung, wo die Bedienelemente der Plattform liegen, damit nichts Wichtiges unter einem Button sitzt
  • Die Herkunft: welche Fassungen Kürzungen des Hero-Cuts sind und welche einen eigenen Schnitt brauchen — beides kostet und dauert unterschiedlich

Schritt für Schritt

In dieser Reihenfolge geht es am schnellsten:

  1. Listet die Placements, die die Kampagne wirklich bucht, und streich die Plattformen, die nur auf der Liste stehen, weil es sie gibt.
  2. Gib jedem Placement eine eigene Zeile mit Länge, Seitenverhältnis und Liefertermin und zähl die Zeilen vor dem Kunden laut durch.
  3. Entscheide je Zeile, ob sie eine Kürzung des Hero-Cuts ist oder ein eigener Schnitt, und markiere eigene Schnitte als eigene Post-Aufgaben.
  4. Schreib den Einstieg ohne Ton je Zeile vor dem Dreh, damit die nötigen Bilder auf der Shotlist stehen und nicht erhofft werden.
  5. Notiere die Bildfolge auf der Shotlist: Welche Setups müssen den vertikalen Ausschnitt mitdenken und welche bekommen einen eigenen Durchgang.
  6. Leg die Untertitelregel je Zeile fest, multiplizier mit den Sprachfassungen und halte die Summe gegen Postplan und Budget.
  7. Frier die Matrix mit dem Angebot ein und behandle jede später ergänzte Zeile als Änderungsantrag, nicht als kleinen Zusatzexport.

Typische Stolperstellen

Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:

  • Vertikale Fassungen nach dem Dreh zusagen, wenn jede weite Zweipersonen-Einstellung im Ausschnitt eine der beiden Personen verliert
  • Fassungen nach Plattform statt nach Placement zählen — die zweite und dritte Länge je Kanal bleibt damit unsichtbar
  • Eingebrannte Untertitel nebenbei zusagen und dann mit vier Sprachen auf sechzehn Exporte multiplizieren, die niemand eingeplant hat
  • Alles mittig komponieren, um jeden Ausschnitt zu überleben — heraus kommt ein Film, der in keinem Format richtig funktioniert

Mit TillyGen

TillyGen trägt die Fassungsliste aus dem Briefing in die Shotlist — ein Setup, das eine vertikale Kürzung bedienen muss, ist damit markiert, solange der Bildausschnitt noch geplant wird.

Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.

Häufige Fragen

Kann man einen Master drehen und alles andere daraus beschneiden?

Manchmal, wenn du von Anfang an dafür kadrierst und eine lockerere Totale akzeptierst. Dialogszenen zu zweit, weite Landschaften und alles mit Text im Bild brauchen meist einen eigenen Durchgang oder eine eigene Komposition.

Warum die Fassungen schon vor dem Dreh planen?

Weil die drei Entscheidungen, an denen sie hängen — Bildausschnitt, Einstieg ohne Ton und die Lage von Text — am Set fallen. Alles Aufgeschobene wird später ein Kompromiss im Exportdialog.

Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?

Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.

Lassen sich die Ergebnisse exportieren?

Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.