Musik-Cue-Sheet-Vorlage
Das Cue Sheet ist der Liefergegenstand, der nach dem fertigen Film entsteht — und von Menschen gebraucht wird, die ihn nie sehen werden.
Worum es geht
Jede Sekunde Musik in einem Sendeprogramm wird gemeldet, und über diese Meldung werden Rechteinhaber vergütet. Damit ist das Cue Sheet ein Verwaltungsdokument mit echten Folgen für fremdes Einkommen — Sender behandeln ein unvollständiges deshalb als Lieferfehler und nicht als Versehen. Es ist außerdem der Nachweis der Produktion über das eigene Dürfen: Die Zeile mit Lizenz und Gebiet beantwortet die Frage, die zwei Jahre später auftaucht, wenn der Film in einem Markt weiterverwendet wird, an den niemand gedacht hat. Bau es, solange die Mischung frisch ist, nicht später aus der Timeline.
Die Vorlage ist der Ausgangspunkt, nicht das Ziel: Sobald sie zweimal von Hand ausgefüllt wurde, lohnt sich die Frage, ob das Dokument nicht aus dem Plan entstehen sollte.
Was hier anders läuft
Konkret heißt das in der Planung:
- Eine Zeile je Einsatz, nicht je Titel: Dasselbe Stück dreimal verwendet ergibt drei Zeilen mit drei Ein- und Ausstiegen
- Timecode Ein und Aus plus Dauer auf die Sekunde, aus dem gelieferten Master genommen und nicht aus einer früheren Schnittfassung
- Nutzungsart je Einsatz — Hintergrund, Vordergrund, Vorspann oder Abspann — weil die Kategorie die Gewichtung der Nutzung beeinflusst
- Komponist, Bearbeiter und Verlag mit Verwertungsgesellschaft, soweit bekannt, geschrieben wie in der Lizenz und nicht wie im Streamingdienst
- Die Rechtegrundlage mit Lizenznummer, Gebiet und Laufzeit, inklusive Hinweis, wenn ein Stück Auftragsmusik der Produktion ist
Schritt für Schritt
In dieser Reihenfolge geht es am schnellsten:
- Beginn das Blatt mit dem ersten Temp-Track, nicht nach der Mischung, und halte es aktuell, während im Schnitt Stücke ausgetauscht werden.
- Exportiere nach dem Picture Lock die Musikspurliste aus der Timeline und gleich sie Einsatz für Einsatz mit dem Blatt ab.
- Lies Ein- und Ausstieg am gelieferten Master ab, damit die Timecodes zu der Datei passen, die der Sender tatsächlich ausstrahlt.
- Übernimm Komponist, Verlag und Gesellschaft aus dem Lizenzdokument selbst — Metadaten von Diensten sind häufig falsch oder unvollständig.
- Ordne jedem Einsatz eine Nutzungsart zu und prüf die Einordnung am Bild statt an der Erinnerung an die Mischung.
- Häng Lizenznummern, Gebiet und Laufzeit an und markiere jeden Einsatz, dessen Lizenz die geplante Nutzung nicht abdeckt.
- Liefer das Cue Sheet zusammen mit dem Master und archiviere eine Kopie bei den Lizenzen, damit spätere Nutzungsfragen eine Anlaufstelle haben.
Typische Stolperstellen
Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:
- Das Blatt aus der Schnitt-Timeline bauen statt aus dem gelieferten Master — jeder Timecode ist dann um das Vorspann-Schwarz verschoben
- Eine Zeile für ein viermal verwendetes Stück: Drei der vier Nutzungen werden nicht gemeldet
- Angaben zum Komponisten aus einem Streamingdienst kopiert, wo der Bearbeiter fehlt und als Verlag ein Vertrieb steht
- Eine Lizenz nur für Online-Nutzung, entdeckt in dem Moment, in dem derselbe Film für eine Ausstrahlung eingeplant wird
Mit TillyGen
Wo Musik ab dem Briefing zu einer Szene gehört, hält TillyGen diese Absicht an der Szene fest — das Cue Sheet startet am Ende von einer Liste geplanter Nutzungen statt von einer Suche durch die Timeline.
Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.
Häufige Fragen
Wer braucht ein Musik-Cue-Sheet?
Sender und Plattformen fordern es als Teil der Auslieferung, Verwertungsgesellschaften verteilen darüber Tantiemen. Selbst bei reinen Online-Filmen lohnt es sich: Es ist zugleich dein Nachweis darüber, was jede Lizenz erlaubt.
Braucht Library-Musik auch ein Cue Sheet?
Ja. Eine Library-Lizenz hebt die Meldung nicht auf — die Nutzung wird weiterhin mit Dauer und Nutzungsart aufgeführt. Nur die Spalte zur Rechtegrundlage sieht anders aus.
Was gilt, wenn ein Stück mehrfach vorkommt?
Jeder Einsatz bekommt eine eigene Zeile mit eigenem Ein- und Ausstieg. Eine Gesamtdauer je Titel zu melden, ist der häufigste Grund, warum ein Cue Sheet zur Korrektur zurückkommt.
Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?
Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.
Lassen sich die Ergebnisse exportieren?
Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.