Drohnen-Flugbuch-Vorlage

Ein Flugbuch ist genau so viel wert wie der Moment, in dem es geschrieben wurde — und nichts, wenn du es einen Monat später rekonstruierst.

Worum es geht

Luftaufnahmen stehen in einem regulierten Rahmen: Der Betreiber ist registriert, der Fernpilot hat den Kompetenznachweis für die geflogene Kategorie, und der Flug findet in einem Luftraum statt, der ihn erlaubt oder eine Freigabe verlangt hat. Nichts davon ist im Nachhinein sichtbar, wenn es niemand pro Flug notiert hat. Über die Nachweispflicht hinaus ist das Buch auch Wartungsgeschichte — Ladezyklen, Firmware-Stand, die harte Landung im Feld, die niemand erwähnt hat. Welcher der beiden Zwecke wichtiger ist, merken Produktionen meist erst, wenn ein Kunde Unterlagen verlangt oder ein Akku aufquillt.

Die Vorlage ist der Ausgangspunkt, nicht das Ziel: Sobald sie zweimal von Hand ausgefüllt wurde, lohnt sich die Frage, ob das Dokument nicht aus dem Plan entstehen sollte.

Was hier anders läuft

Die Punkte, an denen sich das von anderen Fällen unterscheidet:

  • Eine Zeile pro Flug mit Datum, Ort, Start- und Landezeit, Dauer und verwendetem Akkusatz — nicht eine Zeile pro Drehtag
  • Fernpilot namentlich mit Kompetenznachweis für die geflogene Kategorie, dazu die Betreiber-Registrierungsnummer, mit der das Gerät gekennzeichnet ist
  • Identität des Fluggeräts: Modell, Seriennummer und Firmware-Stand zum Zeitpunkt, denn ein Update mitten im Dreh verändert das Verhalten
  • Die Genehmigungsgrundlage dieses Flugs: Kategorie, eingeholte Freigabe sowie Aktenzeichen oder Ansprechperson, die sie erteilt hat
  • Bedingungen und Vorkommnisse: Wind, Sicht, Hindernisse, Verbindungsabbruch, Beinahe-Zusammenstöße und harte Landungen — auch wenn nichts kaputtging

Schritt für Schritt

In dieser Reihenfolge geht es am schnellsten:

  1. Trag vor dem Drehtag die geplanten Flüge mit Ort, Zweck und der durchgeführten Luftraumprüfung ein, inklusive der kontaktierten Stelle.
  2. Häng die Genehmigungsunterlagen an den Flugbucheintrag statt an eine Mail, damit Pilot und Produktionsbüro denselben Nachweis sehen.
  3. Erfass Start- und Landezeit direkt beim Fliegen; ein nachgetragener Wert ist eine Schätzung im Kostüm eines Nachweises.
  4. Notiere die Bedingungen zum Flugzeitpunkt — Wind, Böen, Sicht, Satellitenempfang, Menschen und Hindernisse im Umfeld.
  5. Halte jede Unregelmäßigkeit sofort fest, auch kleine, und vermerke, ob das Gerät vor dem nächsten Flug geprüft wurde.
  6. Führ die Ladezyklen je Akku im selben Dokument und sortier Packs nach ihrer Historie aus, nicht nach Bauchgefühl am Drehmorgen.
  7. Lass das Flugbuch beim Gerät am Motiv und archiviere zum Drehschluss eine Kopie bei den Projektunterlagen.

Typische Stolperstellen

Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:

  • Die ganze Woche am Freitag nachtragen: Das erzeugt runde Zahlen, verschwundene Vorkommnisse und einen in sich widersprüchlichen Nachweis
  • Die Genehmigung dokumentieren, aber nicht die Luftraumprüfung — dann kann niemand zeigen, wie die Lage vor dem Start aussah
  • Keine Akku-Historie: Der Pack mit den meisten Zyklen wird immer wieder gegriffen, weil er oben im Koffer liegt

Mit TillyGen

TillyGen markiert im Breakdown die Shots, die Luftaufnahmen brauchen — das Flugbuch öffnet sich je Drehtag mit den geplanten Flügen, dem Motiv und dem Zweck bereits an den richtigen Szenen.

Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.

Häufige Fragen

Braucht ein kommerzieller Dreh wirklich ein schriftliches Flugbuch?

Von Betreibern wird erwartet, dass sie die ordnungsgemäße Durchführung belegen können — ein Eintrag je Flug ist der praktikable Weg dorthin. Auch Kunden und Versicherer fragen zunehmend danach, behandle es also als Liefergegenstand statt als Papierkram.

Was zählt als eintragspflichtiges Vorkommnis?

Alles, was vom Plan abwich: kurzer Verbindungsabbruch, eine unerwartete Person im Bereich, eine Akkuwarnung, eine harte Landung. Gerade die banal wirkenden Einträge machen später ein Muster sichtbar.

Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?

Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.

Lassen sich die Ergebnisse exportieren?

Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.