Storyboard-Vorlage
Ein Storyboard beantwortet Fragen, solange sie noch billig sind: Was ist im Bild, wohin bewegt es sich, was folgt danach.
Worum es geht
Am Set hat niemand Zeit, Zeichnungen zu bewundern — nur Zeit, sie zu lesen. Ein brauchbares Board ist eine Kette von Entscheidungen über Kadrage, Bewegung und Anschluss, gerade gut genug gezeichnet, dass eine fremde Person den Film ohne Erklärung daneben versteht. Auch die Panel-Proportion trägt Information: Wer einen vertikalen Film in horizontalen Kästen boardet, plant einen Film, den es nie geben wird. Und weil jedes Panel ein Setup verspricht, ist das Board nebenbei ein früher Ehrlichkeitstest fürs Budget.
Die Vorlage ist der Ausgangspunkt, nicht das Ziel: Sobald sie zweimal von Hand ausgefüllt wurde, lohnt sich die Frage, ob das Dokument nicht aus dem Plan entstehen sollte.
Was hier anders läuft
Konkret heißt das in der Planung:
- Panels im Seitenverhältnis der Auslieferung — 16:9, 9:16 oder 1:1 — weil Bildentscheidungen im falschen Rahmen nicht übertragbar sind
- Eine Textzeile unter jedem Panel mit Szene, Einstellungsgröße und einem Satz Handlung oder Dialog, lesbar auch ohne die Zeichnung
- Pfeile, die Bewegung im Bild von Bewegung der Kamera unterscheiden — wer beides vermischt, baut das Setup am Set neu
- Eine Nummerierung, die den Shot-IDs der Shotlist entspricht, damit Board, Liste und Drehplan ein System bleiben statt drei Meinungen
Schritt für Schritt
In dieser Reihenfolge geht es am schnellsten:
- Thumbnail zuerst den ganzen Film in winzigen Kästen, um den Rhythmus zu finden, bevor du Mühe in ein einzelnes Panel steckst.
- Boarde den Schlüsselmoment jedes Shots statt jeder Sekunde; zusätzliche Panels verdient ein Shot nur, wenn sich in ihm etwas ändert.
- Zeichne Bewegung mit Pfeilen und leg bei komplexen Fahrten ein Start- und ein Endbild an statt eines Absatzes Text.
- Beschrifte jedes Panel mit Größe, Objektivgefühl und Ton- oder Dialoghinweis — im Wortlaut identisch zur Shotlist.
- Prüfe das Board gegen die Shotlist auf Waisen in beide Richtungen: geboardete Shots ohne Listeneintrag, gelistete Shots ohne Bild.
- Bereite die Kundenversion mit sauberen Bildunterschriften vor, denn ein Board, das dich als Erklärung braucht, verfehlt seinen Hauptzweck.
Typische Stolperstellen
Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:
- Ein 9:16-Format in 16:9-Panels boarden und die echte Kadrage erst am Drehtag entdecken
- Zeichnungen polieren statt Entscheidungen — ein schönes Board kann trotzdem einen undrehbaren Film beschreiben
- Jedes Bild so eng festlegen, dass dem Set die Freiheit fehlt, auf das zu reagieren, was wirklich da ist
Mit TillyGen
TillyGen generiert Storyboard-Frames pro Shot direkt aus dem Plan, im richtigen Seitenverhältnis, und hält sie mit der Shotlist verbunden — ändert sich der Shot, zieht das Panel nach.
Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.
Häufige Fragen
Du kannst nicht zeichnen — fällt das Storyboard damit aus?
Nein. Strichfiguren mit richtiger Kadrage und klaren Pfeilen schlagen hübsche Skizzen mit vager Absicht. Das Board transportiert Entscheidungen; Zeichentalent macht das nur schneller, nicht wahrer.
Braucht ein Corporate-Film oder Interviewdreh überhaupt ein Board?
Inszenierte Szenen und alles mit hohen Kosten pro Minute profitieren am meisten. Reine Interview-Coverage braucht eher einen Bildplan als ein volles Board — boarde die Szenen, in denen das Geld steckt.
Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?
Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.
Lassen sich die Ergebnisse exportieren?
Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.