TillyGen und Adobe Premiere Pro

Ein Editor, der ein Projekt öffnet und Bins nach der Shotlist benannt vorfindet, beginnt eine Stunde früher zu schneiden. Diese Stunde wurde in der Preproduktion verdient.

Worum es geht

In Premiere Pro wird aus Material der Film: Bins ordnen Clips, Sequenzen tragen den Schnitt, Marker die Notizen. Nichts von dieser Struktur erfindet sich selbst — sie spiegelt entweder den Produktionsplan oder das Chaos. Die TillyGen-Shotlist gibt dem Schnitt sein Skelett, bevor der erste Clip importiert ist: Die Szenen- und Shot-Nummerierung wird zur Bin-Struktur, das Storyboard-PDF beantwortet, wie das gedachte Bild aussah, und die Shotlist markiert, welche Takes als Sicherheit geplant waren und welche als tragend. Die Verbindung ist disziplinierte Benennung plus ein offenes PDF — und schlägt damit die meisten technischen Brücken.

Eine Integration ist dann gut, wenn niemand mehr über sie spricht: Die Daten liegen dort, wo sie gebraucht werden, ohne dass jemand exportiert.

Was hier anders läuft

Konkret heißt das in der Planung:

  • Bins mit den TillyGen-Szenennummern lassen den Editor Coverage nach Planposition finden statt durch Thumbnail-Scrubbing
  • Das Storyboard-PDF auf dem Zweitmonitor klärt „war das die gedachte Kadrage“ ohne Anruf bei der Regie
  • Das Shotlist-CSV dient beim Import als Logging-Liste — jede Zeile wird abgehakt, sobald ihr Material bestätigt vorliegt
  • Fehlende Coverage fällt am ersten Schnitttag auf, solange ein Pickup-Shot noch billig zu organisieren ist

Schritt für Schritt

In dieser Reihenfolge geht es am schnellsten:

  1. Exportiere Shotlist und Storyboard aus TillyGen als PDF und CSV, bevor du an die Post übergibst — die Übergabe ist ein Paket, nicht nur eine Festplatte.
  2. Baue die Premiere-Bin-Struktur aus der Szenennummerierung der Shotlist, ein Bin pro Szene, bevor ein einziger Clip importiert ist.
  3. Importiere das Material und prüfe es gegen die Shotlist-Zeilen; jeder fehlende Take wird heute markiert, nicht in Woche zwei entdeckt.
  4. Halte das Storyboard-PDF während des Rohschnitts in Reichweite und vergleiche gedachte Bilder, wenn eine Szene sich nicht fügen will.
  5. Spiele Abweichungen zurück: Shots, die geplant waren und nie funktionierten, informieren die nächste Shotlist in TillyGen.

Typische Stolperstellen

Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:

  • Der Schnitt beginnt, bevor jemand das Material gegen die Shotlist geprüft hat — das fehlende Insert taucht auf, wenn der Kunde fragt, wo es ist
  • Bin-Namen in der Post frisch erfunden — Plannummern und Projektnummern beschreiben jetzt dieselben Shots in zwei Dialekten

Mit TillyGen

TillyGen definiert, was existieren soll; Premiere zeigt, was existiert. Die Nummerierung des Plans im Projekt lebendig zu halten, macht diese beiden Wahrheiten in jeder Schnittphase vergleichbar.

Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.

Häufige Fragen

Exportiert TillyGen Sequenzen oder Projekte für Premiere?

Nein — die Übergabe sind Shotlist und Storyboard als PDF und CSV. Der Editor baut die Bin-Struktur aus der Nummerierung des Plans; die Brücke ist die Disziplin, nicht ein Dateiformat.

Was gewinnt der Editor durch Preproduktions-Dokumente?

Orientierung und ein Frühwarnsystem: Coverage am ersten Tag gegen den Plan geprüft, gedachte Kadragen ohne Meetings beantwortbar, fehlende Shots markiert, solange Pickups noch bezahlbar sind.

Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?

Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.

Lassen sich die Ergebnisse exportieren?

Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.