TillyGen und After Effects

Manche Shots werden nie gedreht — sie werden gebaut. After Effects baut sie; welches diese Shots sind, entscheidet das TillyGen-Storyboard, lange bevor Renderzeit teuer wird.

Worum es geht

After Effects ist die Werkstatt für Motion-Design und Compositing: animierte Titel, getrackte Screen-Replacements, die Erklärsequenz zwischen zwei gedrehten Szenen. Seine Budgetwährung ist Zeit pro Shot — deshalb muss die Trennung zwischen gedreht und gebaut in der Preproduktion fallen. Im TillyGen-Storyboard werden diese Shots markiert: Dieses Bild ist Animation, dieses komponiert einen Screen auf gedrehtes Material, dieser Übergang trägt die Markenanimation. Der AE-Artist bekommt das als Liste mit Frame-Referenzen und kennt den Umfang, bevor ein Projekt geöffnet ist — und die gedrehten Plates werden mit Blick aufs Compositing geplant.

Eine Integration ist dann gut, wenn niemand mehr über sie spricht: Die Daten liegen dort, wo sie gebraucht werden, ohne dass jemand exportiert.

Was hier anders läuft

Konkret heißt das in der Planung:

  • Storyboard-Frames aus TillyGen dienen als Layout-Referenz in AE-Comps — die gedachte Komposition existiert vor dem ersten Keyframe
  • In der Shotlist als VFX markierte Shots ergeben die AE-Arbeitsliste, mit ablesbarem Umfang pro Shot aus dem Plan
  • Plates, die Compositing tragen werden, sind mit Tracking-Markern und Clean Passes geplant, weil der Plan von den VFX wusste
  • Comp-Namen tragen die Shot-Nummern des Plans — Review-Feedback landet ohne Archäologie auf der richtigen Komposition

Schritt für Schritt

In dieser Reihenfolge geht es am schnellsten:

  1. Markiere jeden Shot, der Animation oder Compositing ist, schon beim Storyboard-Bau in TillyGen — die Markierung ist eine Budgetentscheidung, keine technische Notiz.
  2. Übergib dem AE-Artist die markierte Shotliste plus Storyboard-Frames als Referenzbilder; das Umfangsgespräch passiert jetzt, auf Papier.
  3. Plane die betroffenen gedrehten Shots für ihre Compositing-Rolle: Marker, Clean Plates und genug Luft um die Kadrage.
  4. Baue Comps mit den Shot-Nummern des Plans und lege den Storyboard-Frame als Layout-Ebene unter den ersten Entwurf.
  5. Prüfe gerenderte Shots zuerst gegen die Storyboard-Absicht, dann gegen den Geschmack — Absichtsstreit klärt sich billiger an einem gezeichneten Bild.

Typische Stolperstellen

Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht:

  • VFX in der Post entdeckt: Die Plate wurde ohne Marker und Luft gedreht, und der Composite kostet das Dreifache eines geplanten
  • Scope-Kriechen pro Feedbackrunde — jedes Review ergänzt eine kleine Animation, bis sich das AE-Budget still verdoppelt hat, ohne Entscheidung

Mit TillyGen

Das Storyboard in TillyGen ist der Vertrag für jeden gebauten Shot: was er zeigt, wo er sitzt, was das gedrehte Material liefern muss. After Effects erfüllt diesen Vertrag — und Nachverhandlungen laufen über den Plan.

Ändert sich eine Randbedingung, wandern die Folgen durch den ganzen Plan: betroffene Einstellungen werden markiert, die Disposition wird neu erzeugt, und niemand arbeitet weiter mit einer Fassung von gestern.

Häufige Fragen

Wann sollten Motion-Design-Shots definiert werden?

Beim Storyboarding in TillyGen — weil der Dreh ihnen dienen muss. Ein Screen-Replacement braucht Marker am Set; die Entscheidung in der Post heißt, die schwerere Variante zu bezahlen.

Mit welcher Referenz arbeitet der AE-Artist?

Mit den Storyboard-Frames und der markierten Shotliste, exportiert aus TillyGen. Frames beantworten Komposition, die Liste den Umfang — und beides existierte vor der Projektdatei.

Wie lange dauert die Einarbeitung in TillyGen?

Ein erstes Projekt lässt sich in unter einer Stunde anlegen. Es gibt keine Einrichtungsphase, in der erst Vorlagen und Felder konfiguriert werden müssen, bevor das Werkzeug etwas ausgibt.

Lassen sich die Ergebnisse exportieren?

Ja — als PDF für die Crew, als CSV für nachgelagerte Systeme und über die API für alles Automatisierte. Der Plan bleibt dabei die Quelle; die Exporte sind Ansichten davon.